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03.07.2014

14:10 Uhr

Drogenverdacht gegen Innenexperten

SPD-Landesverband stellt sich hinter Hartmann

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen SPD-Innenexperten Michael Hartmann: Der Anwalt des Mainzers erklärte, Hartmann habe nur geringe Mengen der Droge Crystal Meth besessen.

Chrystal-Meth statt Krawattennadel: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann zieht sich nach dem Drogenskandal aus allen Ämtern zurück. dpa

Chrystal-Meth statt Krawattennadel: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann zieht sich nach dem Drogenskandal aus allen Ämtern zurück.

Berlin/MainzWegen der Drogenermittlungen gegen ihn nimmt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann eine Auszeit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat er für die kommenden Wochen alle Termine abgesagt, um sich zurückzuziehen.

Bei einer Durchsuchung der Berliner Wohnung des bisherigen innenpolitischen Sprechers der Fraktion fanden Ermittler am Mittwoch aber keine Drogen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag sagte. „Die Ermittlungen dauern an.“

Nach von der Staatsanwaltschaft unbestätigten Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll es um die aufputschende Modedroge Crystal Meth gehen. Hartmann soll bei der Telefonüberwachung eines Dealers aufgefallen sein.

In Ermittlerkreisen wurde darauf verwiesen, dass die am Mittwoch erfolgte Aufhebung der Immunität des Bundestagsabgeordneten und ein Durchsuchungsbeschluss nur bei einem ausreichenden Tatverdacht erwirkt werden können. An seinem Bundestagsmandat will Hartmann festhalten. Als innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion war er am Mittwoch zurückgetreten. Auch die Mitgliedschaft im für die Kontrolle der Nachrichtendienste zuständigen Parlamentarischen Kontrollgremium gab er auf, wie ein Fraktionssprecher bestätigte. Sein enges Umfeld zeigte sich von den Ermittlungen völlig überrascht. Auch in der SPD-Fraktion herrschte große Überraschung und Rätselraten.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, schloss weitere Konsequenzen gegen Hartmann nicht aus. Mit seinem Rücktritt habe Hartmann „einen konsequenten, richtigen Schritt getan“, sagte Wendt Handelsblatt Online. „Die Ermittlungsergebnisse werden dann zeigen, ob weitere Schritte angezeigt sind“, fügte er mit Blick auf die Aussage eines Fraktionssprechers hinzu, wonach Hartmann Bundestagsabgeordneter aber bleiben werde.

Jetzt sei zunächst einmal „die Stunde der Aufklärer“, sagte Wendt weiter. „Mein Vertrauen gilt den Ermittlern von Staatsanwaltschaft und Polizei, die vor der schwierigen Aufgabe stehen, unter gewaltigem öffentlichen Druck und ein verständlichen Erwartungshaltung von Medien und Bevölkerung alle Zusammenhänge vollständig zu ermitteln“, fügte der Polizeigewerkschafter hinzu. „Dabei ist nicht Schnelligkeit, sondern Gründlichkeit gefragt“, so Wendt.

Kommentare (1)

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Herr Woldemar von Stechlin

03.07.2014, 13:34 Uhr

Wie kann man als erwachsener und reifer Mensch mit einer sicher vorhandenen Grundintelligenz ein solches Teufelszeug wie Meth anfassen? Mir absolut unerklärlich.

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