Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2011

10:54 Uhr

Droht Regierungskrise?

Merkel in der Guttenberg-Falle

VonDietmar Neuerer

ExklusivObwohl Karl-Theodor zu Guttenberg sich für den Doktor a.D. entschieden hat, schwelt die Plagiatsaffäre um seine Dissertation weiter – und könnte sogar zum Problem für die Kanzlerin werden.

Merkel und Guttenberg im Bundestag: Kanzler-Dämmerung wegen der Plagiatsaffäre? Quelle: dpa

Merkel und Guttenberg im Bundestag: Kanzler-Dämmerung wegen der Plagiatsaffäre?

DüsseldorfNach Einschätzung des Parteienforschers Gerd Langguth könnte die Plagiatsaffäre von Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg bei neuen, belastenden Erkenntnissen zu einer Bedrohung für das schwarz-gelbe Regierungsbündnis werden. Die Affäre werde sich wohl zunächst „eher zu einer Glaubwürdigkeitskrise der bürgerlich-liberalen Koalition“ ausweiten, da aus dieser Richtung in besonderer Weise Werte wie Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit eingefordert würden, schreibt der Professor an der Universität Bonn in einem Gastbeitrag für Handelsblatt Online. Doch: „Steigerungen in diesem Konflikt sind aber durchaus noch denkbar, keinesfalls ist der Fall mit einer Fragestunde im Deutschen Bundestag abgeschlossen.“ Auszuschließen seien neue Erkenntnisse nicht. „Erst diese könnten eine Regierungskrise hervorrufen“, so Langguth.

Neue Erkenntnisse sind tatsächlich nicht ausgeschlossen, nachdem zahlreiche Spitzenforscher das Kopieren fremder Texte ohne Hinweis in Guttenbergs Doktorarbeit scharf verurteilt hatten und dabei von Vorsatz ausgingen. „Wir sind einem Betrüger aufgesessen. Es ist eine Dreistigkeit ohnegleichen, wie er honorige Personen der Universität hintergangen hat“, sagte der Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, Oliver Lepsius. Guttenberg habe „planmäßig und systematisch“ wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen und behaupte nicht zu wissen, was er tue. Lepsius ist Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle.

Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, warnte vor einer Verharmlosung. „Wissenschaftler teilen ihre Ideen und Erkenntnisse, sie führen sie gemeinsam weiter, aber sie entwenden sie nicht“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“.

Der frühere DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker sieht Guttenberg wissenschaftlich „für immer am Pranger“, wie er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sagte. Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jörg Hacker, warf Guttenberg eine schlechte Vorbildrolle vor. „Wissenschaftliche Standards sind ernst zu nehmen und müssen schon früh in jeder wissenschaftlichen Laufbahn - unabhängig von der Fachdisziplin - garantiert werden“, sagte der Biologe.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.02.2011, 11:32 Uhr

Also Merkel hat Guttenberg mit Absicht auf den "Verschleißposten" Verteidigungsminister gesetzt,
- zum einen damit er ihr von da aus nicht dazwischen-funken kann, denn der Verteidigungsminister ist reines Ausführungsorgan in der Regierung
- zum anderen nutzt ihr seine Durchsetzungskraft, um endlich notwendige Änderungen in der Bundeswehr durchzusetzen, sowohl bei den Generälen, als auch innerhalb der CDU/CSU.
Danach wird er entsorgt, wie Friedrich Maerz, Roland Koch, Köhler, usw. usw. Konkurrierende Männer werden in Frauennetzwerken eben benutzt und abgewirtschaftet.

Es leben die neuen Frauennetzwerke. Brauchen wir dringend !! (Die Jungs/Männer werden ja schon in der Schule gemobbt von den Lehrerinnen, dann als Unterhaltszahler ausgepresst usw. usw). Soll die Gesellschaft doch sehen, wie es ohne Männer läuft. Nur abwärts.

thomas

27.02.2011, 12:11 Uhr

Mappus!
M. sieht in Guttenbergs abstrusem Handeln bestimmt wieder nur schlechtes Marketing! So wie bei Stuttgart21!
So ist es - Du sollst nicht lügen steht im christlichen Standardwerk "Die Bibel". Ausgerechnet die Christlichen zeigen uns auf, dass sie weder erfolgreich regieren noch lügen und betrügen können.

trilemma

27.02.2011, 12:27 Uhr

Seehofer kann sich die Hände reiben. Da hat ihn sein Rivale schon überholt und schwuppdiplag ist er weg.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×