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18.01.2012

19:41 Uhr

Duale Ausbildung

Arbeitgeber kritisieren Vernachlässigung der Berufsschulen

ExklusivDie Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber fordert eine intensivere Betreuung von Azubis in den Berufsschulen. Mehr Lehrer sind nach Einschätzung des BDA ebenso nötig wie flächendeckendes Qualitätsmanagement.

Elektrotechnik-Unterricht in einer Berufsschule in Stuttgart. dpa

Elektrotechnik-Unterricht in einer Berufsschule in Stuttgart.

BerlinDie Berufsschulen stehen im Windschatten der Bildungsdebatte und werden „oft zu wenig beachtet“, kritisieren die Arbeitgeber. Angesichts des anziehenden Fachkräftemangels und des wachsenden Trends zur akademischen Ausbildung dürften sie jedoch nicht länger ein „Nebenkriegsschauplatz“ sein, fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA).

Mehr denn je komme es darauf an, Berufsschulen fit zu machen für die Zukunft. Dafür müssten die Schüler vor allem mehr als bisher ganz individuell gefördert und die Kooperation mit den Betrieben verbessert werden, heißt es im neuen BDA-Konzept „Berufsschule der Zukunft“, das dem Handelsblatt vorliegt.

Die Herausforderungen sind enorm: Während die Zahl der Schulabgänger insgesamt sinkt, entscheidet sich ein immer größerer Teil für ein Studium. Viele Betriebe können anders als früher nicht mehr auswählen sondern müssen froh sein, wenn sie genug Azubis finden. Die Klientel der Berufsschulen wird damit heterogener und schwieriger. So steigt nicht nur der Anteil schlechter Schulabgänger, sondern auch der Migranten unter den Azubis, da diese seltener eine akademische Laufbahn einschlagen. Deshalb fordert die BDA, die Berufsschulen müssten neben Nachhilfe auch verstärkt Sprachkurse anbieten.

Hintergrund sind neben dem Bewerberrückgang die steigenden Anforderungen der dualen Berufsausbildung: Berufe werden komplexer, der Modernisierungsdruck steigt. Die Berufsschulen müssen also mit im Schnitt weniger gut vorbereiteten Azubis höhere Ziele erreichen. Um jedoch die derzeit noch rund 1,6 Millionen Berufsschüler intensiver zu betreuen, wären mehr und besser ausgebildete Berufsschullehrer nötig, mahnt die BDA.

Nach Angaben der Kultusminister ist jedoch der Lehrermangel in den Berufsschulen am höchsten – besonders in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern. Hier gelte es, Hürden für Quereinsteiger weiter zu senken. Das passiere zwar teilweise, „eine gezielte Werbung zum Beispiel um Praktiker findet jedoch kaum statt“, bemängelt die Berufsschulexpertin der BDA, Tanja Nackmayr.

Grundsätzlich fordern die Arbeitgeber mehr Autonomie und vor allem Budgethoheit für die Berufsschulen. „Mittel, die durch sinkende Schülerzahlen eingespart werden, müssten dringend im System bleiben“, sagte Nackmayr. Wo es dennoch nicht für die nötige Ausstattung mit moderner Technik reicht, sollten Berufsschulen weit mehr mit externen Partnern kooperieren. Das scheitere aber oft an Kleinigkeiten wie Versicherungsfragen. Daneben pocht die BDA auf flächendeckendes Qualitätsmanagement und Evaluation.

Von

bag

Kommentare (3)

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Island

18.01.2012, 20:26 Uhr

Text: Berufsschulen wird damit heterogener und schwieriger. So steigt nicht nur der Anteil schlechter Schulabgänger, sondern auch der Migranten unter den Azubis, da diese seltener eine akademische Laufbahn einschlagen.

Deshalb fordert die BDA, die Berufsschulen müssten neben Nachhilfe auch verstärkt Sprachkurse anbieten.

Antwort: Warum sollen wir weiter Ausländer ausbilden?

Es ist eine Verschwendung von Mitteln. Ein Gastarbeiterkind kostet pro Schuljahr über 5000 Euro.

Es ist sinnvoller die eigene Jugend auszubilden!

Wir müssen nicht die „Bildungsaufgaben“ der anderen Länder übernehmen.

mitdenker

18.01.2012, 20:46 Uhr

gehts weniger hartherzig
die 34 000 GBP schulgeld meines sohnes kosten den steuerzahler schlapp 38 % = 15 ooo EUR

die arbeitgeber fordern immer und wollen immer weniger abgaben und steuern bezahlen.

schluß mit FREE LUNCH für miilionäre

Account gelöscht!

18.01.2012, 21:46 Uhr

Es gibt keinen Fachkräftemangel. Kein Arbeitgeber ist an Fachkräften interessiert, man nimmt gerne gut ausgebildete Arbeitssklaven von Leiharbeitsfirmen. #Der angebliche Fachkräftemangel wurde hier widerlegt:

"http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.363656.de"

Kurz: Bei Fachkräftemangel müßten die Löhne steigen, sie fallen aber. Also gibt es kein Interesse an Fachkräften.

Und nun will man also auch noch die Ausbildung dem Steuerzahler aufdrücken, nur die Gewinne die nimmt man gerne.
Gemäß dem Motto Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

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