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06.07.2011

14:06 Uhr

Düstere DIW-Prognose

„Schulden fressen Griechenland auf“

Schon bald dürften die Euro-Partner ein neues etwa 120 Milliarden schweres Hilfspaket für Griechenland auf den Weg bringen. Die DIW-Forscher halten diese Rettungsaktionen für sinnlos - oder sogar kontraproduktiv.

Griechenlandfahne an der Akropolis in Athen. Der DIW fordert einen Schuldenschnitt für den Pleitestaat. Quelle: dpa

Griechenlandfahne an der Akropolis in Athen. Der DIW fordert einen Schuldenschnitt für den Pleitestaat.

Berlin. „Griechenlands Schulden sind so hoch, dass das Land unter der Zinsbelastung zusammenbricht. Auch ein weiterer Rettungsschirm kann da keine Abhilfe schaffen“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Ferdinand Fichtner am Mittwoch in Berlin. Er plädierte für einen weitgehenden Verzicht der Gläubiger auf ihre Forderungen. Allein für die jährlichen Zinszahlungen müsste die griechische Wirtschaft um 7,5 Prozent wachsen. „Auch das jetzt beschlossene Hilfsprogramm reicht nicht aus, um dem Land eine langfristige Perspektive zu geben“, erklärte Fichtner: „Die Schulden fressen das Land letztlich auf“, und deshalb „ist ein Schuldenschnitt unausweichlich“.

Die einzige Alternative wäre, dass die anderen Euroländer die griechischen Schulden zurückzahlten. „Griechenland braucht einen Schuldenschnitt, nur dann hat es eine Chance auf eine selbstständige Erholung von der Krise“, sagte der Wirtschaftsforscher. Wenn die Gläubiger auf 50 Prozent ihrer Ansprüche verzichten würden, könnte das Land wieder auf die Beine kommen. Der DIW-Kuratoriumsvorsitzende Bert Rürup sagte, bei einem Schuldenschnitt „hätte die EZB die Verluste“, weil sie griechische Staatsanleihen in großem Umfang als Sicherheit akzeptiert hatte.

Nach einem „geordneten Teilkonkurs“ Griechenlands könnten die Finanzmärkte außerdem auch Portugal und Italien auf den Prüfstand stellen, und es drohte „ein langsames Zerbröseln der Eurozone“, sagte Rürup. Die Finanzminister hätten die Entscheidung eigentlich nur vertagt. „Die Stunde der Wahrheit wird im September schlagen“, sagte der Professor.

Die Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) habe in der Krise gelitten. „Die EZB wäre gut beraten, sich wieder auf die Sicherung der Preisstabilität zu konzentrieren und sich aus der Rettung der südeuropäischen Krisenländer etwas mehr herauszuhalten“, kritisierte Fichtner. „Die derzeitige Geldpolitik ist allenfalls für die südeuropäischen Mitgliedsländer der Währungsunion angemessen, nicht aber für die übrigen Länder, in denen deutlich höhere Zinsen angebracht wären.“ Auch Deutschland könnte bei 2,4 Prozent Inflation in diesem Jahr höhere Zinsen brauchen. Das DIW erwartet eine leichte Zinserhöhung durch die EZB, „um die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen“.

Von

dapd

Kommentare (6)

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azaziel

06.07.2011, 14:36 Uhr

Zu dieser Einschaetzung haette man spaetestens zu BEGINN der Griechenlandkrise kommen muessen. Aufmerksame Analytiker haetten diese Krise VIELE JAHRE VOR ihrem Ausbruch kommen sehen muessen. Um die Mechanismen zu erkennen, die bei einer Ueberschuldung am Werk sind, bedarf es keinerlei akademischen Trainings. Trotzdem, DIW, herzlichen Glueckwunsch!

Frage

06.07.2011, 14:53 Uhr

Wer soll es noch sagen oder schreiben? GR ist Pleite. Was läuft hier eigentlich für ein Spiel? Wer hat den längeren Atem Europa oder die USA? Wer wirft zuerst das Handtuch oder geht Pleite? Gegen wen oder was stemmen wir uns eigentlich? Das GR auf zu großen Fuss gelebt hat und nun drei Gänge zurück schalten muss ist doch klar. Als Absatzmarkt ist China x-mal wichtiger. Was soll das Ganze also?

Account gelöscht!

06.07.2011, 16:22 Uhr

Nein, nein und nochmals NEIN !

Griechenland braucht noch viel mehr Schulden, und wir alle Auch.

Schulden sind etwas Schoenes !

Pleite ist nur wer nicht noch mehr Schulden aufnehmen will.
Sie verstehen auch gar nichts von der modernen Wirtschaft.

Und kommen Sie nur nicht auf falsche Gedanken:
Wir arbeiten bereits and einem Prototyp der neuesten Gold-Druckmaschine..... Die Gold Preise werden dann sicherlich sehr schnell fallen sobald unser Verfahren patentiert wurde.

Bis dahin & MfG,
Ihr Herr Schaeuble

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