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02.02.2016

16:40 Uhr

E-Autos

Trommeln für die Subvention

VonDana Heide, Frank Specht

In Berlin kommt Kanzlerin Merkel heute Abend mit den Chefs der Autobranche zusammen. Zweck des Gesprächs: ein unmöglich scheinendes Ziel doch noch möglich machen. Können sich Autokäufer bald auf Kaufprämien freuen?

Anreiz für Fahrer

Bald 5.000 Euro Bonus beim Kauf eines Elektroautos?

Anreiz für Fahrer: Bald 5.000 Euro Bonus beim Kauf eines Elektroautos?

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Berlin Das Thema liegt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Herzen. In den vergangenen Wochen hat er keine Gelegenheit ausgelassen, seine Idee einer Kaufprämie für Elektroautos anzupreisen. Am heutigen Dienstagabend hat er die Gelegenheit, die Idee auf höchster Ebene zu besprechen. Dann ist er bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Chefs der größten deutschen Autohersteller im Kanzleramt in Berlin dabei.

Das Treffen soll vor allem der Information und Beratung dienen, konkrete Ergebnisse wird es nicht geben, hieß es aus dem Kanzleramt. „Wichtige Entscheidungen brauchen seine Zeit“, so auch Bundeswirtschaftsminister Gabriel.

Doch genau die hat die Bundesregierung nicht, wenn sie noch ihre selbstgesteckten Ziele bei der Elektromobilität erreichen will. Eine Million Elektrofahrzeugen sollen auf deutschen Straßen bis 2020 fahren. Bisher sind es gerade einmal 50.000 E-Autos.
„Mit jedem Monat, der vergeht, wird das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen, anspruchsvoller“, mahnte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Wenn man noch etwas bewegen wolle, dann sei das Jahr 2016 zentral.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

Gabriel hat die Sorge, dass die Autoindustrie bei der Zukunftstechnologie ins Hintertreffen gerät. Dabei sei die Branche so wichtig für den Wohlstand in Deutschland. „Im Kern geht es dabei um Industriepolitik“, so Gabriel. Die Frage, wie eine Subvention finanziert werden könnte, ist für ihn zweitrangig. 5000 Euro will er den Käufern von E-Autos spendieren. Auch die Autoindustrie müsse aber ihren Beitrag leisten, damit die Preise sinken. Denn ein reines E-Auto ist für Normalverdiener häufig noch viel zu teuer.

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