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15.08.2012

15:22 Uhr

E10

Niebel fordert Verkaufsstopp für Bisoprit

Steigende Agrarpreise und Dürre: Dirk Niebel fordert einen Verkaufsstopp für E10 und ist der Ansicht, dass der Biosprit dafür sorgt, dass Menschen zu wenig Nahrung haben. Die Biospritbranche wiederspricht.

Blick auf einen Zapfhahn mit dem Bio-Kraftstoff E10 an einer Tankstelle in Nürnberg. dpa

Blick auf einen Zapfhahn mit dem Bio-Kraftstoff E10 an einer Tankstelle in Nürnberg.

BerlinAngesichts weltweit steigender Lebensmittelpreise fordert Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel einen Verkaufsstopp für den Biosprit E10 an deutschen Tankstellen. "Das ist ein Konflikt zwischen Tank und Teller, und gerade bei steigenden Lebensmittelpreisen kann Biosprit zu stärkerem Hunger in der Welt beitragen", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch dem Fernsehsender n-tv. Die von der früheren rot-grünen Bundesregierung durchgesetzte Beimischungspflicht führe letztendlich dazu, dass Menschen zu wenig Nahrung hätten. Deshalb müsse man überdenken, ob das der richtige Weg sei. Er schlug vor, den Verkauf von E10 auszusetzen.

Eine Sprecherin des für Biosprit zuständigen Umweltministers Peter Altmeier (CDU) wollte die Äußerungen Niebels nicht kommentieren. Sie verwies darauf, dass Deutschland bei E10 Vorgaben der Europäischen Union umzusetzen habe.

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) sprach von einer Scheindebatte. "Ein Verbot von E10 wäre nichts anderes als Symbolpolitik, weil die bei weitem überwiegende globale Nachfrage nach Getreide und Mais nicht von den Bioethanolherstellern, sondern aus dem Futtermittelsektor kommt", sagte VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann. Von der deutschen Getreideernte seien 2011 etwa vier Prozent in die Bioethanolproduktion gegangen. Dies seien etwa 0,1 Prozent der Weltgetreideernte. Ein E10-Verbot helfe den armen Ländern daher nicht.

Die Dürre in den USA und Indien hat zu enormen Ernteausfällen geführt, die beispielsweise die Preise für Getreide in die Höhe getrieben haben. Die Vereinten Nationen warnten bereits vor einer Lebensmittelkrise. E10 wurde 2011 in Deutschland eingeführt. Der Name steht für einen zehnprozentigen Anteil von Ethanol am Kraftstoff.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

15.08.2012, 14:15 Uhr

„Von der deutschen Getreideernte gingen im vergangenen Jahr etwa vier Prozent in die Bioethanolproduktion.“ Ein E10-Verbot bliebe ohne Auswirkungen auf die Ernährungssituation in Entwicklungsländern."

In den USA sind es 40%. Und was ist mit abgeholzten Regenwäldern um Platz für Anbauflächen für Bio-Spritnahrungsmittel zu bekommen? Alle drehen sich jede Meldung für sich passend zurecht. So schlecht wie heute war die Welt noch nie... und ich sehe kein Ende. Mehr als traurig.

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15.08.2012, 14:39 Uhr

Man fragt sich ja, ob die Lobbyisten selber glauben, was sie so ablassen.
Ich überlege gerade, wie viele tausend Tonnen 4 % unseres Getreideanbaus sind. Diese tausende Tonnen müssten bei einem Verzicht auf den unsäglichen Biosprit nicht mehr am Weltmarkt zugekauft werden (es glaubt doch wohl Niemand, dass D noch Selbstversorger ist).
Es wäre eine Entlastung. Und wenn noch ein paar Länder mehr die Kurver kriegen, wäre sogar eine Verminderung der Weltmarktpreise drin, so dass auch die Ärmsten wieder Getreide kaufen könnten.

Account gelöscht!

15.08.2012, 15:22 Uhr

Endlich, lieber spät als nie, und wann wird das ganze umgesetzt? Bei unserer Regierung vermutlich nie, ich werde allerdings weiterhin kein E10 tanken obwohl mein Auto erst knapp 2 Jahre alt ist und es verträgt. Lieber zahle ich mehr, und das ist bei täglich 100 km die ich fahren muss nicht gerade wenig, aber ich nicht verantwortlich das andere nichts zu essen haben. Und diese Lüge der Regierung, dies wäre nicht so, nehme ich besonders übel, von den anderen wie ESM, EFSF u. a. mal ganz abgesehen.

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