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11.10.2014

03:14 Uhr

Ebola in Westafrika

Schon mehr als 4000 Tote

Die Zahl der Ebola-Opfer in Westafrika steigt, die Europäische Union startet eine Luftbrücke. In Spanien müssen drei weitere Menschen zur Beobachtung ins Krankenhaus. Minister Gröhe tritt derweil auf die Panikbremse.

Die Opferzahlen in Westafrika steigen: Helfer in Schutzanzügen kämpfen gegen die Ebola-Epidemie an. AFP

Die Opferzahlen in Westafrika steigen: Helfer in Schutzanzügen kämpfen gegen die Ebola-Epidemie an.

Düsseldorf/GenfTrotz der Ebola-Fälle außerhalb Afrikas müssen sich die Deutschen nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe keine Sorgen machen. Deutschland verfüge über „hervorragend ausgestattete Behandlungszentren“, die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Unser Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt, deshalb muss sich niemand in Deutschland Sorgen machen.“

In den USA und Spanien hatte es zuletzt auch Ebola-Fälle außerhalb Afrikas gegeben. In dem südeuropäischen Land handelte es sich um die erste Ebola-Infektion von Mensch zu Mensch in Europa.

Gröhe lobte in der „Rheinischen Post“ die Umsichtigkeit der Bundesländer, die für den Infektionsschutz zuständig sind. Sie hätten bei allen bisherigen Verdachtsfällen professionell gehandelt und jede denkbare Ansteckung durch eine rechtzeitige Isolierung verhindert. Der Minister verwies auch darauf, dass die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten regelmäßig geübt würden.

17 Menschen in Spanien unter Quarantäne

In Deutschland werden derzeit zwei Ebola-Patienten behandelt, einer in Frankfurt am Main, der andere in Leipzig. In Spanien hatte sich eine Pflegehelferin bei der Behandlung eines aus Westafrika ausgeflogenen Ebola-Kranken mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert. Sowohl dem Patienten in Leipzig als auch der Frau in Madrid geht es schlecht.

Im Zusammenhang mit der Ebola-Erkrankung der spanischen Krankenschwester wurden unterdessen drei weitere Menschen in Madrid zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie zeigten zwar bislang keine Symptome, könnten aber Kontakt zu der erkrankten Pflegerin gehabt haben, teilte der von der spanischen Regierung eingesetzte Ebola-Krisenstab am Freitag mit. Damit stehen nun insgesamt 17 Menschen im Krankenhaus Carlos III. in Madrid unter Quarantäne.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die 44 Jahre alte Krankenpflegerin Teresa Romero ist der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Ebolavirus infiziert hat. Sie arbeitete in der Klinik Carlos III., in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola starben. Mit der gefährlichen Seuche infizierte sie sich ersten Erkenntnissen zufolge offenbar, weil sie beim Ablegen ihrer Schutzkleidung ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem womöglich infizierten Arbeitshandschuh berührte.

Bevor bei Romero die Ebola-Erkrankung festgestellt wurde, hatte sie mehrere Tage lang Kontakt zu anderen Menschen ohne sonderliche Schutzmaßnahmen.

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