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26.02.2014

18:15 Uhr

Edathy-Affäre und die Folgen

SPD nennt Union „beleidigte Leberwurst“

VonDietmar Neuerer

Der Fall Edathy belastet das Klima in der Koalition. SPD-Politiker Kahrs hat das Beleidigtsein der Union satt. Andere Genossen liebäugeln mit einem Linksbündnis, was die Stimmung noch zusätzlich anheizt.

Der SPD-Chefhaushälter Johannes Kahrs ist angenervt vom Beleidigtsein der Union. dpa

Der SPD-Chefhaushälter Johannes Kahrs ist angenervt vom Beleidigtsein der Union.

BerlinNur wenige Monate hat die Große Koalition gebraucht, um das zu provozieren, was sie unbedingt vermeiden wollte - einen „Neustart“. Zwar nehmen die Spitzenpolitiker von CDU, CSU und SPD tunlichst dieses Wort nicht in den Mund, weil sie nicht in einen Topf mit dem missglückten Start der schwarz-gelben Regierung vor vier Jahren geworfen werden wollen. Aber das jüngste Krisentreffen der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD hat zwei Dinge deutlich gemacht: Zum einen hat die Edathy-Affäre das Bündnis trotz seiner übergroßen Mehrheit im Bundestag nachhaltig erschüttert. Zum anderen aber sind Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel entschlossen, diese Koalition zusammenzuhalten.

Wie die koalitionäre Geschlossenheit wieder hergestellt werden soll, bleibt allerdings das Geheimnis der Parteioberen. Zumindest innerhalb der SPD ist man wenig geneigt, große Verrenkungen zu vollziehen, um die Missstimmung in der Union einzudämmen. Ob das auch der aktuellen Forsa-Umfrage geschuldet sein mag, die die Sozialdemokraten bei nur noch 22 Prozent sieht? Die jüngsten Äußerungen einiger Genossen gehen darauf nicht direkt ein. Dennoch sind einige Verlautbarungen eher dazu angetan, für neuen Ärger in der Koalition zu sorgen als dazu, Frieden zu stiften.

Über Twitter ging der Chefhaushälter der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs, die Union scharf an. „Könnte die CDU/CSU jetzt mal aufhören, beleidigte Leberwurst zu spielen, es nervt“, schrieb der Hamburger Abgeordnete. „Wir wurden gewählt, um anständig zu regieren. Es wäre fein.“ Bei Facebook ergänzt er: „Merkel & Seehofer zwingen Friedrich zum Rücktritt und die SPD soll ein schlechtes gewissen haben?“

Außerdem betonte Kahrs, dass die SPD gewählt worden sei, um soviel SPD-Politik wie möglich umzusetzen. Und er fügt stolz hinzu: „Zum Ärger von CDU/CSU tun wir das ganz erfolgreich.“

Umfrage: SPD stürzt wegen Edathy-Affäre auf 22 Prozent

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Die Edathy-Affäre hat der SPD massiv geschadet. Laut einer Umfrage büßen die Sozialdemokraten deutlich an Vertrauen bei den Wählern ein. Die CDU konnte sich leicht verbessern - und auch für AfD und FDP sieht es gut aus.

Kahrs zeigte sich zudem offen für eine Annäherung an die Linkspartei. Allerdings nur dann, wenn Linksparteipolitiker wie der Fraktionsvize Dietmar Bartsch größeres Gewicht bekämen. Die Linke, twitterte Kahrs, habe derzeit nur einen Gegner, die SPD. „Hoffe, die sortieren sich mal und werden wie Bartsch. Sonst wird das nix!“

Kommentare (11)

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Lutz

26.02.2014, 18:42 Uhr

„Wir wurden gewählt, um anständig zu regieren."

Das tun die in NRW schon seit langer Zeit. Ein Sumpf wohin man sieht.

faktgeo

26.02.2014, 18:51 Uhr

Habe des öfteren auch SPD gewählt, werde sie aber nicht mehr wählen, falls eine Koalition mit den Linken absehbar ist.

Notar

26.02.2014, 18:52 Uhr

Zitat : SPD nennt Union „beleidigte Leberwurst“

- die SPD ist der Rolle des Mehrheitsbeschaffers nicht gerecht geworden !

Nun sollte man diesen Haufen aus der Koalition schmeißen !

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