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02.10.2011

13:49 Uhr

EEG-Umlage

Grüner Strom wird teurer

VonKlaus Stratmann

Die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt weiter. Zwar hatte Angela Merkel gesagt, der Aufschlag für Ökostrom könne begrenzt werden. Doch daraus wird nichts. Für die Stromverbraucher geht es um viel Geld.

Der Anteil der Ökoenergie am deutschen Strommix ist auf rund 20 Prozent gestiegen. dpa

Der Anteil der Ökoenergie am deutschen Strommix ist auf rund 20 Prozent gestiegen.

BerlinDer 14. Oktober ist der Tag der Wahrheit. An diesem Freitag wollen die Stromnetzbetreiber bekanntgeben, wie hoch die Umlage für die Förderung der erneuerbaren Energien 2012 ausfällt. Derzeit beträgt sie 3,53 Cent je Kilowattstunde. Schon jetzt ist klar: Im kommenden Jahr werden die Stromverbraucher mehr zahlen müssen. Unklar ist lediglich, wie hoch der Anstieg ausfallen wird.

Erst vor ein paar Wochen hatte Kanzlerin Angela Merkel den Eindruck erweckt, alle Spekulationen über eine Erhöhung des im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelten Aufschlags seien unbegründet: "Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen", sagte die Regierungschefin Anfang Juni im Bundestag.

In der Energiebranche glaubt allerdings niemand daran, dass Merkel ihre Zusage einhalten kann. Optimistische Branchenvertreter gehen von einem "moderaten Zuwachs" auf einen Wert von etwa 3,6 Cent aus. Pessimisten sagen, sie wären schon froh, wenn man die Umlage unter vier Cent halten könne.

EEG-Umlage ist zuletzt drastisch gestiegen

Die EEG-Umlage steigt seit Jahren an. Besonders drastisch fiel das Plus von 2010 auf 2011 aus, als sie von 2,047 Cent um 72 Prozent auf 3,53 Cent erhöht wurde. Die wenigen Cent pro Kilowattstunde summieren sich zu beachtlichen Beträgen. 2010 beliefen sich die Vergütungen für die Ökoenergien auf 12,8 Milliarden Euro.

Die Festlegung der Umlage ist ein Politikum. Die Betreiber der Stromübertragungsnetze errechnen den Wert in Zusammenarbeit mit externen Gutachtern, stimmen ihre Ergebnisse vor einer Veröffentlichung jedoch mit der Bundesnetzagentur und dem Bundeswirtschaftsministerium ab. Die Bundesregierung hat ein Interesse daran, dass der Anstieg nicht zu stark ausfällt. Im Frühjahr und Sommer hatte sie während der Diskussion über die Energiewende versichert, die Kosten für den Umstieg auf die erneuerbaren Energien würden im Rahmen bleiben. Teile der Wirtschaft und Verbraucherschützer hatten dagegen vor exorbitanten Kosten gewarnt.

Das Gesetzespaket zur Energiewende

Das Atomgesetz

Im Mittelpunkt steht das Atomgesetz, mit dem die stufenweise Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2021/2022 festgeschrieben werden soll. Drei AKW sollen 2015, 2017 und 2019 vom Netz gehen, drei weitere 2021 und die drei Letzten 2022. Im Gegenzug sollen die erneuerbaren Energien massiv gefördert werden, wofür ein rascher Ausbau der Stromnetze nötig ist.

Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (Nabeg)

Mit dem Gesetz wird die Zuständigkeit für die Genehmigung von Stromübertragungsleistungen beim Bund konzentriert.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem EEG werden die Vergütungssätze für Öko-Strom festgelegt. Zunächst geplante Einschnitte bei der Onshore-Windkraft sollen zurückgenommen werden.

Die Energiesparverordnung (EnEV)

Die EnEV regelt die Energieeffizienz von Gebäuden.

Das Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Die Bundesregierung wird die Mittel für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung-Förderung (KWK) effizienter einsetzen, um die Energieerzeugung aus KWK-Anlagen deutlich zu stärken.

Bauplanungsrecht

Das Bauplanungsrecht soll die Ausweisung von Flächen für EEG-Anlagen erleichtern.

Das Energiewirtschaftsgesetz

Das Gesetz betritt unter anderem die Einführung intelligenter Stromzähler.

Gesetz über den Energie-Klimafonds

Ursprünglich sollten Atomkonzerne als Gegenleistung für die beschlossene Laufzeitverlängerung in den Fonds einzahlen. Durch den Ausfall der Verlängerungen fallen nun auch die Zahlungen weg.

Kommentare (2)

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karlosdallos

02.10.2011, 14:54 Uhr

Solange Altersarme, Hartz4er und Kinder ohne Spielplatz und Winterscvhuhe

die Aluminium - Karossen

der hiesigen Luxus - Extrem - Öko - KFZ - Boliden

finanzieren ist die Exportwirtschaft in Ordnung.

Energiesparer

06.10.2011, 21:14 Uhr

Die Ankündigung im Sommer, die Umlage konstant halten zu wollen, zeugt davon, dass die Politik nicht mal 1 + 1 zusammenzählen kann. Bei den Wachstumsraten der erneuerbaren Energien war abzusehen, dass es nicht dabei bleiben wird.
Mit dem EEG wird schon lange keine Förderung betrieben, sondern der Staat betätigt sich als Unternehmer. Das muss schiefgehen. Es wird nicht mal Kosteneffizienz eingefordert. Kein Wunder auch: es zahlt alles der Stromverbraucher der das ja sogar noch "toll" findet, so der Umweltminister aus einer vom UBA mitfinanzierten Studie.

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