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23.04.2013

02:27 Uhr

EEG-Umlage

Regierung erwartet höheren Strompreis

Am Wochenende hat die Bundesregierung das Aus für die geplante Strompreisbremse verkündet. Damit sind höhere Strompreise für Verbraucher und Mittelständler zu erwarten. Dazu nannten Experten und Regierung nun Zahlen.

Ab 2014 soll der Strom Experten zufolge teurer werden. dpa

Ab 2014 soll der Strom Experten zufolge teurer werden.

BerlinNach dem Scheitern der Verhandlungen zur Strompreisbremse rechnen Bundesregierung und Experten mit einem weiteren Anstieg der Strompreise. Die Deutsche Energieagentur (Dena) erwartet nach einen Bericht der "Bild"-Zeitung zum 1. Januar 2014 eine spürbare Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Dena-Chef Stefan Kohler sagte der Zeitung, die Umlage werde nach jetzigem Stand von 5,3 Cent auf sechs bis 6,3 Cent pro Kilowattstunde steigen. Es sei fatal, dass die Verhandlungen zur Strompreisbremse gescheitert seien: "Es besteht dringender Handlungsbedarf."

Das Bundesumweltministerium erwartet der Zeitung zufolge ein noch größeres Plus. Die EEG-Umlage werde zum Jahreswechsel auf mindestens sieben Cent pro Kilowattstunde angehoben, hieß es laut Zeitung aus dem Ministerium.

Ressortchef Peter Altmaier wolle deshalb einen erneuten Versuch unternehmen, mit den Bundesländern eine Lösung auszuhandeln. "Ich hoffe und arbeite dafür, dass die Länder ihre Haltung im Laufe der nächsten Wochen doch noch ändern, weil anderenfalls im Herbst ein beträchtlicher Preisanstieg droht. Das kann niemand wollen", sagte Altmaier der Zeitung.

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Von

rtr

Kommentare (27)

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Mitdenkender

23.04.2013, 06:17 Uhr

Da hat die Regierung ja gut lachen, was hat sie - im Sinne der Energiekonzerne - dazu beigetragen? Unter dem Deckmantel der Erneuerbaren Energien werden beispielsweise die Betreiber der maroden Stromnetze kräftig subventioniert. Sie erhalten eine garantierte Dividende von 7%! Mit Marktwirtschaft hat das ebenso wenig wie mit EE zu tun. Es ist einfach nur Lobbypolitik zu Lasten der Verbraucher. Die Betreiber haben die Netze vergammeln lassen(siehe Münsterland 2006) obwohl die Verbraucher stets ihre "Netzumlage" bezahlt haben, die jedoch als Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet wurde.
Was hat die Regierung noch beigetragen? Sie hat den offshore-Betreibern die Einspeisung garantiert, auch wenn die Netzbetreiber den Anschluss nicht hin bekommen - aus welchen Gründen auch immer (Unwilligkeit oder Unfähigkeit).
Alles nur um die EE zu verteufeln und bei besagten Beispielen den Netzbetreibern hohe Gewinne zu garantieren. Ein erheblicher Teil der Preiserhöhungen geht auf derartige korrupte Entscheidungen der derzeitigen Regierung zurück.
Gleichzeitig wurde der Mob gegen die EE aufgewiegelt, bald können wieder hochsubventionierte und dreckige Kohlekraftwerke Strom einspeisen.Gas ist ja derzeit zu billig.

Treffer7392

23.04.2013, 06:38 Uhr

@Mitdenkender

Es gibt sicherlich viele Erklärungen, Wahrheiten und Halbwahrheiten zum steigenden Strompreis.

Bei folgenden Punkten herrscht aber Konsens:

1) Die Nutzung der Solarenergie in der Breite zur Stromerzeugung ist derzeit unwirtschaftlich.

2) Die Hauptlast der Energiewende tragen die Verbraucher. Die Summe der Belastungen zieht dem Verbraucher zunehmend und auch nachhaltig Kaufkraft ab. Neubaumassnahmen werde massiv verteuert, energetische Sanierungen wirken sich auf Mieten aus, am Stromzähler und an der Tankstelle kassiert der Staat….

3) In anderen Ländern wird massiv auf fossile Energieträger und Kernkraft gesetzt (zB. USA/China/Indien/Russische Föderation/Golfstaaten).

4) Die USA setzen derzeit massiv auf billige fossile Energieträger und treiben damit die Re-Industrialisierung voran.

5) Der weltweite CO2 Ausstoß geht ungebremst weiter.

kfvk

23.04.2013, 06:54 Uhr

Dümmer geht's nimmer -- alleine für ihre nachweisbare Unfähigkeit beim Thema Energieversorgung -- insbesondere der Stromversorgung -- gehört die Bundesregierung abgewählt.
Sie lässt sich von den großen Energielieferanten (Kraftwerks- und Netzbetreibern) vorführen und der Bürger zahlt.

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