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05.06.2011

19:02 Uhr

Ehec-Epidemie

Die Seuche lauert in der Sprosse

In Niedersachsen gibt es eine heiße Spur in der Ehec-Krise: Sprossen rücken in den Fokus der Bakterien-Detektive. Die Behörden schlossen am Sonntag vorsorglich eine Produktionsfirma.

Warnung vor Verzehr von Sprossen

Video: Warnung vor Verzehr von Sprossen

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Berlin/Hannover/LübeckIn Niedersachsen gibt es Hinweise, dass Sprossen eine Ursache für die Ehec-Epidemie mit bisher 21 Toten sind. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Behördenkreisen. Es sei eine „ziemlich heiße Spur“, sagte ein Experte in Hannover. Ein Gartenbauunternehmen aus dem Landkreis Uelzen ist nach Angaben der niedersächsischen Behörden wohl eine Quelle für die Ehec-Darminfektionen. Der Betrieb bleibe vorerst gesperrt, die Sprossen würden zurückgerufen werden, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU). Definitive Aussagen sollen demnach bis Montagmittag möglich sein. Sprossen waren vor Jahren in Asien Ursache für eine schwere Ehec-Epidemie.

Im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemiem empfiehlt das Landwirtschaftsministerium in Hannover, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten. Quelle: dpa

Im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemiem empfiehlt das Landwirtschaftsministerium in Hannover, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten.

Kliniken in Norddeutschland arbeiten angesichts der Ehec-Fälle am Rande ihrer Möglichkeiten. Das sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), der das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) am Sonntag besuchte, der „Bild am Sonntag“. In der Krankenversorgung gebe es Engpässe. Fehlende Kapazitäten etwa in den Städten Hamburg und Bremen könnten bisher aber durch umliegende Krankenhäuser ausgeglichen werden.

In Lübeck könnten sich bis zu 17 Patienten in einem Restaurant angesteckt haben. Der Wirt erwartet an diesem Montag noch ausstehende Befunde. Der dpa erklärte Joachim Berger, er habe Stuhlproben seiner Mitarbeiter, die in der Küche arbeiten, testen lassen. Dem ZDF hatte er erklärt, bei Untersuchungen seiner Gaststätte sei nichts gefunden worden. Offizielle Angaben etwa vom zuständigen Robert Koch-Institut gab es zunächst nicht. Nach ZDF-Informationen handelt es sich bei den Erkrankten um eine dänische Reisegruppe, eine Gewerkschaftsgruppe sowie eine Familie.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Schutzkleidung bei seinem Besuch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Quelle: dpa

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Schutzkleidung bei seinem Besuch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Von den Gewerkschaftern sei eine Frau gestorben, zwei seien schwer erkrankt. Berger schloss im ZDF nicht aus, dass er eine verseuchte Lieferung Lebensmittel erhalten habe. Seine Ware komme über Zwischenhändler vom Großhandel in Hamburg. Seinem Lieferanten vertraue er. „Er hat uns auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung gegeben.“ In der kommenden Woche wollen sich Bahr und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) mit den
Ministern der Länder beraten, wo inzwischen bei rund 2500 Patienten eine Ehec-Infektion nachgewiesen ist oder vermutet wird.

Kommentare (10)

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Trauerspiel

05.06.2011, 18:55 Uhr

Kann ich als Betroffener ebenfalls Ausfälle einklagen, Schmerzensgeld - Seelischen Schaden etc. Oder ist dies nur als Wirtschaftsuternehmen möglich?

Account gelöscht!

05.06.2011, 19:12 Uhr

Warum nicht (BGB gilt)? Wenn der Verursacher identifiziert ist.
Lebt der in China (ggf. Saatgutherkunft) haben sie natürlich ein Problem. Hat allerding auch der Verkäufer hier fahrlässig oder gar vorsätzlich gehandelt, sieht die Sache anders aus. Ich denke mal so sind die rahmenbedingungen.

Rainer_J

05.06.2011, 20:25 Uhr

Scheinbar tappt man immer noch im Dunklen und es sieht immer mehr nach einem Anschlag aus, denn es gibt wohl zu viele Pfundstellen, die nichts miteinander zu tun haben.

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