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10.01.2005

17:07 Uhr

Ehrgeiz für Kanzlerkandidatur ausgemacht

Schröder: Stoiber läuft sich wieder warm

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht bei CSU-Chef Edmund Stoiber weiterhin Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur der Union bei der Bundestagswahl 2006.

HB WEIMAR. „Wenn man sich die politische Landschaft zu Beginn des Jahres anschaut, dann stellt man fest, dass in einer Mischung aus nicht verarbeiteter Niederlage und brennendem Ehrgeiz Herr Stoiber versucht, sich in 2005 warmzulaufen“, sagte Schröder am Rande einer Klausurtagung der SPD-Spitze am Montag in Weimar. Stoiber widersprach Schröders Einschätzung zwar nicht. Er betonte aber, der Kanzler habe erst kürzlich erklärt, dieser gehe fest davon aus, dass er 2006 gegen Merkel als Unions-Kandidatin antreten werde. „Möglicherweise wird er in 14 Tagen wieder etwas anderes erklären“, sagte Stoiber in München. „Das ist nicht seine Entscheidung, sondern Entscheidung der CDU/CSU.“

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sagte auf die Frage nach Stoibers Ambitionen auf eine erneute Kanzlerkandidatur: „Herr Stoiber würde gerne, aber weiß noch nicht genau, ob er sich trauen soll, es zu probieren.“ Stoiber hatte bei der Bundestagswahl 2002 als Kandidat der Union gegen Schröder verloren.

Die Frage der Kanzlerkandidatur der Union steht seit Wochen im Hintergrund der internen Konflikte von CDU und CSU. Offiziell wird diese Frage in den Spitzen der Schwesterparteien allerdings nicht angesprochen, mit dem Hinweis, sie solle erst Ende des Jahres oder Anfang 2006 entschieden werden, nicht zu früh vor der Bundestagswahl im Herbst 2006. Zuletzt war der Streit durch öffentlich geäußerte Zweifel von CSU-Landesgruppenchef Michael Glos an der Teamfähigkeit Merkels aufgeflammt.

Der designierte CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte in der ARD, die CDU habe als größere Partei das Recht zur ersten Nennung des Spitzenkandidaten der Union. Merkel sei unbestritten die Nummer eins in der CDU und in der Unions-Bundestagsfraktion. Kauder rief die Unionsparteien erneut zur Geschlossenheit auf. Die Kritik aus der CSU an der CDU und Merkel sei nicht hilfreich gewesen. Jetzt müsse es darum gehen, sich mit der Politik der Bundesregierung auseinander zu setzen. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein Ende Februar, Peter Harry Carstensen, mahnten die CSU zur Solidarität. „Die Kritik von Michael Glos an Angela Merkel war falsch“, sagte Wulff der „Bild“-Zeitung. Carstensen sagte im Deutschlandfunk, bei Wahlen in Bayern verlange die CSU von der CDU Geschlossenheit. Diese erwarte er umgekehrt nun auch von der CSU.

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