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30.12.2011

11:43 Uhr

Eine bayrische Geschichte

Der Strauß-Clan

VonMaike Freund

Was ist eigentlich aus den drei Kindern von Franz Josef Strauß und seiner Frau Marianne, Max Josef, Franz Georg und Monika geworden? Um Max und Monika ranken sich einige Affären.

Ein Bild der Familie Strauß.

Ein Bild der Familie Strauß.

Max Josef Strauß und seine Schwester Monika Hohlmeier. dpa

Max Josef Strauß und seine Schwester Monika Hohlmeier.

Max Josef Strauß - der Jurist:

Es ist vor allem die Maxwell-Affäre, die noch immer am ältesten Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten haftet. Jahrelang wurde gegen den früheren Rechtsanwalt wegen Steuerhinterziehung ermittelt. 2004 verurteilte ihn das Landgericht Augsburg zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass  Max Josef Strauß vom Rüstungs-Lobbyisten Karlheinz Schreiber rund 2,6 Millionen Euro erhalten hatte. Für diese Provisionen habe Strauß "bewusst und gewollt" keine Steuern gezahlt, so die Staatsanwaltschaft. Strauß ging in Revision und der Bundesgerichtshof  hob das Urteil auf. Beim zweiten Anlauf sprach ihn das Gericht in Augsburg 2007 frei. Der Grund: nicht ausreichende Beweise. 

Gleichzeitig musste sich Max Josef Strauß 2004 wegen Verdachts der Beihilfe zum Anlagebetrug vor Gericht verantworten. In der so genannten Wabag-Affäre (Wirtschaftsanalyse und Beratung AG, der Anlageberatungsfirma, in der Strauß tätig war) gestand der damals 44-Jährige, Anleger um 125 Millionen Euro gebracht zu haben. Daraufhin wurde er zu einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt. Zu der Zeit wurde Strauß wegen Depressionen psychiatrisch behandelt und er gab seine Zulassung als Anwalt zurück.

Ebenfalls 2004 kam es zur Gruft-Affäre. Das Finanzamt pfändete vorübergehend die Familiengruft von Franz-Josef Strauß. Grund dafür waren die Steuerschulden des Sohnes Max Josef. Der damalige Landesfinanzminister Kurt Faltlhauser hatte von Max Josef eine Ablöse für die Herausgabe der Grabstätte verlangt. Die CSU regte sich auf, die Opposition forderte eine Aktuelle Stunde, Faltlhauser entschuldigte sich. Letztendlich wurde die Pfändung zurückgenommen.

Kommentare (1)

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Strauss-Fan

30.12.2011, 16:56 Uhr

Schön, dass das Handelsblatt solch kriminellen Subjekten auch noch Aufmerksamkeit schenkt. In wirklichen Rechtsstaaten hätte der Strauss-Abkömmling jahrelang hinter Gittern gesessen und Berufsverbot bekommen. Und sein Vater wäre nicht in der freien Wildbahn gestorben sondern hinter Gittern. Die Familie ist durch und durch mafiös.

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