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24.10.2012

15:17 Uhr

"Einflussnahme bei ZDF unwahrscheinlich"

Seehofer weist Vorwürfe zurück

Ein Anruf von CSU-Sprecher Strepp bei der ZDF Nachrichtensendung "heute" sorgt für Ärger. Bayerns Ministerpräsident Seehofer wies den Vorwurf der Einflussnahme zurück. Die SPD fordert Konsequenzen.

Der Ministerpräsident von Bayern und Vorsitzende der CSU, Horst Seehofer. dapd

Der Ministerpräsident von Bayern und Vorsitzende der CSU, Horst Seehofer.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich nach dem Vorwurf der versuchten Einflussnahme auf die Berichterstattung des ZDF vor seinen Parteisprecher gestellt. CSU-Sprecher Hans Michael Strepp habe ihm gegenüber versichert, dass die Darstellung nicht zutreffe, wonach jener am Sonntag durch einen Anruf in der "heute"-Redaktion einen Bericht über den Landesparteitag der bayerischen SPD habe verhindern wollen, sagte Seehofer am Mittwoch an Rande der Münchener Medientage. Ein derartiges Vorgehen wäre zudem "völlig inakzeptabel" fügte Seehofer hinzu. „Es widerspräche unserer Grundhaltung. Wir sind eine tolerante Partei.“

Laut "Süddeutscher Zeitung", die sich auf übereinstimmende Schilderungen aus dem ZDF berief, soll CSU-Sprecher Hans Michael Strepp am Sonntag in der Redaktion der Nachrichtensendung "heute" angerufen und gesagt haben, das ZDF möge in den 19.00-Uhr-Nachrichten nicht über den SPD-Landesparteitag berichten. Bei dem Parteitag war Münchens Oberbürgermeister Christian Ude zum Seehofer-Herausforderer für die Landtagswahl 2013 gewählt worden. Strepp soll angeblich gesagt haben, berichte "heute" dennoch, werde das "Diskussionen nach sich ziehen". Der CSU-Sprecher war am Mittwoch zunächst nicht erreichbar. An die "SZ" schrieb er in einer E-Mail, die Darstellung des Telefonats entspreche "nicht den Tatsachen, und ich widerspreche ihr entschieden".

Die SPD hat Seehofer (CSU) aufgefordert, sich für den Anruf seines Sprechers bei der ZDF-"heute"-Redaktion zu entschuldigen. "Ministerpräsident Seehofer muss sich beim ZDF entschuldigen und klarstellen, dass die Pressefreiheit auch in Bayern gilt", sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Mittwoch gegenüber "Spiegel Online". Der Politiker sagte weiter: "Horst Seehofer hätte aus dem Fall Christian Wulff lernen können, dass der Versuch, unliebsame Berichterstattung zu verhindern, scheitern muss."
Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles verlangte Konsequenzen. „Ein Pressesprecher, der die Pressefreiheit nicht kennt, ist in einer demokratischen Partei nicht haltbar“, erklärte Nahles am Mittwoch in Berlin. „Der kläglich gescheiterte Einschüchterungsversuch des CSU-Pressesprechers zeigt: Aus Angst vor dem Machtverlust im eigenen Land werden hier die Grundfesten unserer Demokratie skrupellos mit Füßen getreten“, kritisierte sie. Die Pressefreiheit sei der CSU in der Praxis offenkundig weniger wert als ein lästiger Fußabtreter.

Kommentare (3)

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spacewalker

24.10.2012, 17:53 Uhr

Wie der Herr (Seehofer), so das Gescherr (Söder, Dobrindt und andere bayerische Charakterzwerge)!

Almdudler

24.10.2012, 19:54 Uhr

Ist ja nichts Neues aus der CSU. Seehofers Reaktion war zu erwarten!

Die CSU hat kein Rückgrat zu ihrem Bullshit, Entscheidungen oder geplanten Vorhaben zu stehen. Heute so und morgen so. Immer mit der Richtung aus der der Wind weht. Substanziell hat es mit der CSU in Bayern und Deutschland einen gewaltigen Rückschritt gegeben. Politiker die für Integrität stehen, sucht man in der CSU vergebens.

Insofern darf man dem ZDF auch mehr Glauben schenken als der bayerischen Politikerkaste Seehofer, Söder und Dobrindt. Zu Seehofer ist noch anzumerken, dass er nicht mal weiß, was sein Sprecher so nebenbei macht oder mit wem er über was telefoniert.

Ein Parteichef sieht anders aus!

Arbeit muss sich in Deutschland wieder lohnen. Das geht nur ohne die hochmütige CSU.

Monika

24.10.2012, 20:09 Uhr

Strepp soll einfach nur sagen, wer ihn dazu angestiftet hat.

Und dann soll er den christlichsozialen Werten entsprechend die WAHRHEIT sagen!

Oder regiert die CSU so wie Italien unter Berlusconi regiert wurde?

Das ganze riecht nach einer Rücktrittforderung!

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