Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2005

08:28 Uhr

Einführung ab Herbst 2005 geplant

Neuer Reisepass kostet Bürger bis zu 130 Euro

VonThomas Sigmund

Die neuen Reisepässe mit biometrischen Daten werden die Bundesbürger teuer zu stehen kommen. Die Bundesregierung will die Ausstellungskosten für die neuen Reisepässe in vollem Umfang auf die Passgebühr umlegen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

BERLIN. Wie aus dem Papier weiter zu ersehen ist, soll sich die Höhe der Gebühr „im international üblichen Rahmen“ bewegen. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Silke Stokar ging gestern davon aus, das sich die Gebührenhöhe auf bis zu 130 Euro belaufen werde. „Der Pass ist dann teurer als der im Internet gebuchte Billigflug,“ sagte Stokar dem Handelsblatt.

Bislang kostet ein Reisepass in Deutschland 26 Euro, wer unter 26 Jahre alt ist, zahlt 13 Euro. Die EU-Innenminister hatten sich vor kurzem auf biometrische Merkmale wie die Verwendung des Gesichts oder des Fingerabdrucks geeinigt. Laut Antwort der Bundesregierung ist die Einführung der Verwendung des Gesichts als erstes biometrisches Datum in deutschen Reisepässen ab Herbst 2005 geplant. Dies erfolgt dann durch einen Speicherchip mit digitalisiertem Foto. Die Einführung eines neuen Personalausweises mit biometrischen Daten und einer Bürgerkartenfunktion zur Verwendung im elektronischen Geschäftsverkehr werde ab dem Jahr 2007 angestrebt, heißt es in dem Papier.

Bislang hüllte sich das Bundesinnenministerium in Schweigen, wenn es um die Kosten von biometrischen Ausweisdokumenten ging. Aus gutem Grund: Nach Berechnungen des Büros für Technikfolgenabschätzung belaufen sich allein die einmaligen Kosten auf 669 Mill. Euro. In Zeiten der leeren Haushaltskasse von Finanzminister Hans Eichel (SPD) und steigender Belastungen der Bundesbürger ein brisantes politisches Thema. Die Akzeptanz der Gebührenhöhe werde vom Mehr an Sicherheit abhängen, sagte die Grünen-Abgeordnete Stokar. Sie habe bislang aber noch nicht gehört, dass ein El-Kaida-Kämpfer mit gefälschtem Ausweis eingereist sei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×