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15.12.2012

09:57 Uhr

Eingliederungshilfen

Milliarden-Hilfen für Langzeitarbeitslose bleiben ungenutzt

Rund zwei Milliarden Euro an Eingliederungshilfen für Langzeitarbeitslosen bleiben in diesem Jahr ungenutzt. Das sind knapp 15 Prozent des Budgets. Besonders schlecht läuft die Fördermaßnahme für Schlecker-Frauen.

Die Agentur für Arbeit in Wiesbaden. Die Hilfen für Langzeitarbeitslose werden in diesem Jahr nicht voll ausgeschöpft. dpa

Die Agentur für Arbeit in Wiesbaden. Die Hilfen für Langzeitarbeitslose werden in diesem Jahr nicht voll ausgeschöpft.

BerlinDer Bund spart in diesem Jahr rund 2,2 Milliarden Euro an Eingliederungshilfen für Langzeitarbeitslose, weil die Mittel nicht abgerufen werden. Das seien fast 15 Prozent der vorgesehenen rund 15,4 Milliarden Euro, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Deren Sozialexpertin Sabine Zimmermann forderte, die Mittel auf das nächste Jahr zu übertragen und nicht in die Kasse von Finanzminister Wolfgang Schäuble fließen zu lassen.

Schlecht läuft dem Bericht zufolge zum Beispiel die „Initiative zur Flankierung des Strukturwandels“. Mit 247 Millionen Euro sei nur gut die Hälfte der zur Verfügung stehenden 400 Millionen Euro ausgegeben worden. Die Fördermaßnahme solle gering qualifizierten Arbeitslosen einen anerkannten Berufsabschluss verschaffen und ziele unter anderem auf die arbeitslos gewordenen Schlecker-Frauen.

Zimmermann machte die strengen Vorschriften für das schlechte Ausschöpfen der Mittel verantwortlich. So seien vielen Betroffenen Fortbildungen verwehrt worden, weil formale Voraussetzungen fehlten. Zimmermann forderte, die Fördervoraussetzungen zu lockern, damit die Gelder besser genutzt werden können.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

15.12.2012, 10:28 Uhr

Dann bleiben sie ungenutzt, gut so. Ich habe kein Interesse an diesen "Angeboten" und suche mir meine Arbeit selber. Und das würde sogar klappen, wenn nicht das Jobcenter reinfunken würde. Was war passiert?

Ich habe im November (als Ü50) nach vielen Jahren zuvor als Arbeitnehmer H4 beantragt, zuvor ALG1 gehabt.

Ich bin gut qualifiziert. Nun fand ich Mitte des Jahrs (allerdings nur über Vitamin B, anders findet man in der BRD keine vernünftig entlohnte Arbeit und menschliche Arbeitsbedingungen mehr) eine Stelle im 400€-Bereich genau meiner Quali entsprechend bekommen.

Das teilte ich dem Jobcenter froh mit. und dachte, die freuen sich auch.

Aber dann: Wie von der Tarantel gestochen fuhr mich mein "Fallmanager" an, was mir einfiele. Ich solle dort kündigen und bei Zeitarbeitsfirma Tuja anfangen, als Produktionshelfer. Nie mehr würde ich von dort aus in meinen echten Job zurückkehren.
Ich habe mich geweigert und eine Sperre bekommen.
Mittlerweile aber wurde mir ab 1.2.13 eine 3/4 Stelle im bisherigen 400€ Job angeboten, da ein Kollege krankheitsbedingt ausscheidet und man mich schätzt.
Gehalt: 50% mehr als bei einer Vollzeit-Helferstelle.

Bin dann wieder raus aus H4.

Damit lasse ich es aber nicht bewenden. In "Massnahmen" wollte man mich auch reinstecken, übrigens, treuere nutzlose Dinger (4.300€ habe ich erfahren), wo man wiederum 6 Monate Däumchen dreht und wo dann Zeitarbeitsheinis auftauchen, um die Leute in Arbeit zu zwingen, die dann zukunftslos bleiben und doch wieder rausgewo4fen werden, wenn die Förderung abgelaufen ist.

(Von einem Vorgängerkurs mit 30 Leuten wurden 11 in "Arbeit" "vermittelt". 11 in befristete Leiharbeit und 9 wurden nach Ablauf der Fördrung entlassen. Der Rest von 19 blieb joblos.)

Auch hierfür sollte ich meine Stelle kündigen, die mir jetzt den Ausweg aus H4 bringt.

Wahnsinn, nicht? Ich hoffe, die BA wird keinen Cent mehr für solche "Förderung" ausgeben, die 99% der Arbeitslosen schadet und nicht hilft.

Frank3

15.12.2012, 10:36 Uhr

werden sich ABER KAPITALSTEN ÄRGERN !!! WAREN NOCH SOVIEL FÖRDERGELDER ABZUGREIFEN .
Gott
Frank Frädrich
EIN Original .
SOUVERÄN .

Rechner

15.12.2012, 11:33 Uhr

Schließe mich meinem Vorredner an - die "Eingliederungsmaßnahmen" sind reine Geldvergeudung, die von Geschäftemachern ausgenutzt werden um dümmliche "Kurse" zu verhökern und fast umsonst Arbeitnehmer zu bekommen.

Die ganz geschickten verwenden Kursabsolventen dann als geförderte Billigtutoren selbst weiter!

Das ganze ist Ausbeutung des Steuerzahlers durch Abzocker - den Arbeitslosen hilft es nicht wirklich.

Daß die "Sozialexpertin" der Linksfraktion Sabine Zimmermann das nicht kapiert spricht Bände über die soziale Kompetenz dieser Partei.

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