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26.01.2005

14:07 Uhr

Einigung zwischen Rot-Grün und Union

Weg für Reform der Berufsausbildung frei

Auf eine gemeinsame Reform der Berufsausbildung haben sich Rot-Grün und die CDU/CSU-Fraktion geeinigt. Sie soll am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden. Nach dem Gesetzentwurf, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, sollen Jugendliche auch dann einen Gesellenbrief erwerben können, wenn sie einen Beruf nicht im Betrieb, sondern an der Berufsschule erlernt haben.

HB BERLIN. Zudem wird die dreijährige Lehrzeit verstärkt stufenweise organisiert, damit praktisch begabte Lehrlinge bereits nach zwei Jahren in einen Beruf wechseln und sich später weiterqualifizieren können.

Darüber hinaus ist vorgesehen, dass kleinere Firmen im Verbund mit anderen Betrieben eine gemeinsame Lehrstelle bereitstellen können. Das stärke die Ausbildungsfähigkeit kleiner Betriebe, die bislang keine Lehrlinge einstellen konnten, erklärte der CDU- Abgeordnete Uwe Schummer. Sein SPD-Kollege Wille Brase ergänzte, diese Ausbildungspartnerschaft werde künftig „ein wesentlicher Hebel“ sein, um allen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten.

Das Berufsbildungsgesetz war zuletzt 1977 novelliert worden. Schummer sagte, eine Aktualisierung sei „überfällig“, weil es bei den unter 30-Jährigen derzeit 1,3 Mill. Schulabgänger ohne Berufsausbildung gebe. Unter anderem wird künftig die Probezeit von drei auf vier Monate verlängert, um die Zahl derjenigen zu senken, die ihre Lehre abbrechen. Neu ist zudem die Möglichkeit, einzelne Abschnitte der Ausbildung im Ausland zu absolvieren.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Grietje Bettin, sagte, das Maßnahmenbündel biete eine „qualitative Verbesserung im Sinne der Jugendlichen“. Wenn der Bundesrat zustimmt, was als wahrscheinlich gilt, soll die Gesetzesnovelle Anfang April oder Anfang Mai in Kraft treten und bereits zum Beginn des neuen Lehrjahres gelten.

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