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12.01.2005

09:08 Uhr

Einsatz in fünf Bundesländern

Großrazzia gegen Islamisten-Netzwerk

Die Polizei ist mit einer bundesweiten Razzia ist gegen Mitglieder eines islamistischen Netzwerks vorgegangen. In fünf Bundesländern durchsuchten am Mittwoch insgesamt 700 Einsatzkräfte rund 50 Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen. Bis zum Vormittag wurden nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes 14 Verdächtige festgenommen.

HB MÜNCHEN. Die Aktion richtete sich gegen 20 Mitglieder eines islamistischen Netzwerks, unter ihnen auch einige Frauen. Sie sollen Urkunden gefälscht, islamistische Gruppen unterstützt und für den Dschihad, den so genannten Heiligen Krieg, geworben haben. Die Gruppe habe sich vom Raum Neu-Ulm aus zusammengeschlossen, um systematisch Straftaten zu begehen.

Die Gruppe habe keinen Namen, es gebe aber Verbindungen zu El Tawhid und Ansar el Islam, sagte Staatsanwalt Martin Hofmann. „Diese Verbindungen gehen aber nicht so weit, dass wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird.“

Bei den Verdächtigen handele es sich vorwiegend um Algerier und Tunesier. „Wir werfen der Gruppe vor, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, um eine Vielzahl von Straftaten zu begehen.“ Vorwiegend seien Pässe gefälscht worden, um damit Geld zu verdienen. „Dieses Geld, so haben wir den Verdacht, fließt dann wieder ab, um andere Ziele der Vereinigung zu finanzieren.“ Mit den Mitteln habe die Gruppe Gefolgsleute mit falschen Dokumenten ausgestattet, ihnen illegale Aufenthalte unter falschen Personalien im In- und Ausland ermöglicht und andere Gruppierungen finanziell unterstützt.

Die Ermittler nahmen sieben Verdächtige in Baden-Württemberg, zwei in Hessen, drei in Nordrhein-Westfalen, einen in Berlin und einen in Bayern fest. Ermittlungsbeamte und Spezialeinsatzkräfte seien vorwiegend im Raum Ulm/Neu-Ulm, Freiburg im Breisgau, Frankfurt/Main, Düsseldorf und Bonn im Einsatz gewesen, teilte die Polizei in Freiburg mit. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft München nach langen Ermittlungen vor dem Amtsgericht München 50 Durchsuchungsbeschlüsse und mehrere Haftbefehle erwirkt.

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