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15.01.2015

17:11 Uhr

Einwanderung

Tausende Jugendliche aus EU-Krisenländern in Deutschland

Die Wirtschaftskrise vor allem in Spanien treibt tausende junge Menschen nach Deutschland. Die Bundesregierung fördert die Ausbildung der Betroffenen hierzulande mit hunderten Millionen Euro.

Weil die Schlangen vor spanischen Jobcentern immer länger werden, kommen viele Jugendliche aus EU-Krisenländern nach Deutschland. dpa

Weil die Schlangen vor spanischen Jobcentern immer länger werden, kommen viele Jugendliche aus EU-Krisenländern nach Deutschland.

BerlinTausende Jugendliche aus EU-Krisenländern sind in den vergangenen Jahren mit staatlicher Hilfe zur Ausbildung nach Deutschland gekommen – und es sollen noch viel mehr werden. Das kündigte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Donnerstag in Berlin an. Mehr als 7700 Antragsteller profitierten bislang vom 2013 aufgelegten Bundesprogramm MobiPro-EU. Zwei Drittel kamen aus Spanien. Von 2013 bis 2018 soll die Förderung nun erhöht werden – von zunächst geplanten 139 auf 550 Millionen Euro.

„In der Krise haben wir ein Stück weit ein neues Kapitel in der europäischen Arbeits- und Ausbildungskultur“, sagte Nahles zum Start der zweiten Förderphase. Hauptzweck der Förderung sind das Deutschlernen sowie Hilfen, sich in Deutschland und der Arbeitswelt zurechtzufinden.

Eine Umfrage bei beteiligten Betrieben zeigt, dass zuvor nur 18 Prozent bereits Erfahrung mit im Ausland rekrutierten Beschäftigten hatten. 72 Prozent der Betriebe sagten, ein Mangel an qualifizierten Bewerbungen sei ihr Hauptmotiv.

Bisher handelte es sich bei einem Viertel der Geförderten um bereits ausgebildete Fachkräfte. Wegen des großen Interesses junger Leute sollen künftig nur noch junge Leute mit Interesse an einer Berufsausbildung in Deutschland gefördert werden.

Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf?

Anstieg der Flüchtlingszahlen

Aufgrund von internationalen Krisen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2014. Im ersten Quartal 2014 haben rund 108.300 Flüchtlinge in einem der 28 EU-Staaten um Asyl angesucht. Doch kommen die meisten Asylsuchenden, die derzeit über das Mittelmeer nach Europa kommen, wirklich nach Deutschland?

Quelle: Eurostat/ Mediendienst Integration 2014

Platz 9

Griechenland: 2.440 Antragsteller

Platz 8

Ungarn: 2.735 Antragsteller

Platz 7

Österreich: 4.815 Antragsteller

Platz 6

Belgien: 5.065 Antragsteller

Platz 5

Großbritannien: 7.575 Antragsteller

Platz 4

Italien: 10.700 Antragsteller

Platz 3

Schweden: 12.945 Antragsteller

Platz 2

Frankreich: 15.885 Antragsteller

Platz 1

Deutschland: 36.890 Antragsteller

Nahles verwies darauf, dass Deutschland laut OECD das zweitbeliebtestes Einwanderungsland sei. „Diese Vielfalt, die wir als Einwanderungsland gewonnen haben, tut uns gut, was Lebensqualität angeht. Aber auch für den Wirtschafts- und Arbeitsmarkt gibt es Gutes zu berichten.“ In vielen Regionen suchten Unternehmen nämlich händeringend nach Fachkräften.

„Vor allem im Vergleich zu den Amerikanern bleiben die Europäer doch recht sesshaft“, sagte Nahles. „Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise beginnt sich das zu verändern. Fast 70 Prozent der Zuwanderer nach Deutschland stammen aus der Europäischen Union.“

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, rief zum verstärkten Kampf gegen Arbeitslosigkeit auf. Junge Arbeitslose verlören rasch ihre gesellschaftlichen Werte. Er wies zurück, dass solche Wanderung über die Grenzen hinweg für die einen Länder Vor-, für die anderen Nachteile bringe. „Das sind lediglich Phasen, die verschoben sind.“ Auch aus Deutschland seien schon viele junge Leute ins Ausland gegangen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Frau Margrit Steer

15.01.2015, 17:57 Uhr

Im Prinzip habe ich nichts dagegen. Mir tun die jungen Leute aus Spanien leid.
aber wie sieht es denn mit unseren Jugendlichen aus, die bei der ARGE hängen? Wer kümmert sich um die? Erhalten die eine betretue Ausbildung?
Neulich verlangte Merkel eine betreute Ausbildung für türkische Jugendliche, weil die es doch so schwer hätten bei uns.
Also so irgendwie schon alles sehr komisch.
Deutsche zählen für Merkel offenbar gar nicht

Account gelöscht!

15.01.2015, 18:08 Uhr

Ja es ist wirklich traurig, daß wir in unserer BRD kaum noch arbeitswillige Jugendliche haben und wir diese importieren müssen. Dabei haben wir doch beste Voraussetzungen wie Arbeit in rauhen Mengen, exzellente Infrastruktur, geringe Bevölkerungsdichte, verantwortungsvolle Politiker und Verwaltungen, optimale Bildungsvoraussetzungen, freies Land zur persönlichen und familiären Weiterentwicklung, und, und ,und. Ich verstehe gar nicht, daß die Bevölkerung nicht selbst diese Möglichkeiten wahr nimmt und diese Kindern vergönnt. Ob irgendwer der Bevölkerung was ins Essen tut?

Herr Vittorio Queri

15.01.2015, 18:41 Uhr

>> Tausende Jugendliche aus EU-Krisenländern in Deutschland >>

Lernen auf Kosten der Gemeinden etwas Deutsch und ziehen dann wieder ab.

Ich bin kein Charlie !

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