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08.01.2015

18:39 Uhr

Elektroautos

Bundesregierung standardisiert Ladesäulen

ExklusivDas Ladegerät fürs Elektroauto wird vereinheitlicht. Eine „Ladesäulenverordnung“ regelt den Ausbau der Infrastruktur und legt Standards fest. Das Nachsehen hat dabei die US-Elektropioniere des Herstellers Tesla.

Ladestation in Deutschland: Die Bundesregierung begünstigt die heimischen Autohersteller. dpa

Ladestation in Deutschland: Die Bundesregierung begünstigt die heimischen Autohersteller.

BerlinElektroautos saugen die Energie künftig standardisiert aus dem Netz: Per „Ladesäulenverordnung“ schreibt die Bundesregierung die Spezifikationen für den Betrieb von Ladesäulen fest. Die Verordnung, deren Entwurf dem Handelsblatt (Freitagausgabe) vorliegt, orientiert sich dabei an den Standards, auf die sich die europäischen Autobauer verständigt haben. Man wolle mit den Vorgaben den Ausbau von Ladeeinrichtungen beschleunigen und Rechtssicherheit schaffen, heißt es im Bundeswirtschaftsministerium.

Das Nachsehen hat Tesla: Die Schnell-Ladestationen („Supercharger“), die der kalifornische Hersteller auch entlang deutscher Autobahnen aufbaut, sind bislang nicht mit dem europäischen System kompatibel. Künftig müssen neue öffentlich zugängliche Tesla-Ladesäulen zusätzlich nach dem europäischen Ladesystem funktionieren. „Für den Erfolg der Elektromobilität ist es wichtig, dass an öffentlich zugänglichen Ladestationen jeder diskriminierungsfrei sein Fahrzeug laden kann“, heißt es dazu im Wirtschaftsministerium.

Ein flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur gilt als wichtige Voraussetzung, um Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen. Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sind. Bislang sind erst gut 12.000 reine Elektrofahrzeuge angemeldet.

Derzeit gibt es in Deutschland laut Nationaler Plattform Elektromobilität (NPE) 4. 800 öffentlich zugängliche Lademöglichkeiten mit normaler und 100 mit schneller Ladegeschwindigkeit. Hinzu kommen Lademöglichkeiten zu Hause und am Arbeitsplatz. Bundesregierung und Industrie wollen vor allem entlang der Autobahnen und in den Metropolregionen die Zahl der öffentlichen Ladestationen stark erhöhen. Laut Verordnung sind 7. 000 Schnell-Ladepunkte und 28.000 Normal-Ladepunkte bis 2020 das Ziel.

An Schnell-Ladestationen kann ein Auto innerhalb einiger Minuten zwischen- oder gar vollgetankt werden; an gewöhnlichen Ladepunkten dauert der Vorgang mehrere Stunden.

Von

str

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

08.01.2015, 18:50 Uhr

Es bleibt unverständlich, warum nicht die Stromspeichereinheit im Fahrzeug mobil ist, um an Tankstellen (auch herkömmlicher Art) einfach gegen bereits vorgehaltene aufgeladene Module ausgetauscht zu werden.

Eine Angelegenheit von u.U. unter einer Minute.

Vermutlich zu billig, zu einfach und viel zu praktisch.

Herr Thomas Schmidt

08.01.2015, 19:12 Uhr

Na ja, ganz so einfach ist es wohl dann doch nicht. Denn erstens vermute ich mal, dass eine Batterie, die ein KFZ ein paar hundert Kilometer antreiben soll, deutlich größer ist und deutlich mehr wiegt, als eine normale Auto-Batterie in ihrem KFZ. Glaube, bei Tesla ist die Batterie in die komplette Bodenplatte verbaut und wirkt wohl ca. 500 kilo Und wer will schon seine neue Batterie aus einem Eletro-Auto mit vielleicht gerade mal 2.000 KM Laufleistung eintauschen gegen eine Batterie, die vielleicht schon 200.000 KM auf dem Buckel hat - da hat man schnell mal ein paar tausend Euro verloren. In den USA gab es eine Firma mit dem Konzept "Batterie Swap", aber die sind konsequenterweise auch schnell pleite gegangen..

Herr Peter Müller

09.01.2015, 07:59 Uhr

Der auswechselbare Akku ist keine gute Idee. Immerhin ist er einige hundert kg schwer und seine Anschlüsse führen hohe Spannung. Dadurch muss er an diversen Punkten starr mit dem Fahrzeug verbunden werden. Also Gabelstapler und kräftige Verbindungen. Wer soll das rund um die Uhr zu welchem Preis machen?
Tesla hingegen muss sich nicht an die Verordnung halten. Sie erklären ihre Ladestation einfach für privat - also nicht öffentlich - was ja auch stimmt. Es wäre nicht gut für Tesla, wenn an deren Ladestation die Konkurrenz die übliche halbe Stunde auflädt und ein Tesla-Fahrer auf seine gratis-Energie warten muss. Auch müsste man für die anderen nicht nur eine andere Elektronik und Stecker, sondern auch noch eine Abrechnung der Energie integrieren.

Die Verordnung zielt jedoch vor allem auf die Besteuerung der Elektro-Energie!
Da schon bei Kraftstoffen rund die Hälfte Steuern sind, wird der Strom dann auch doppelt so teuer :-(

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