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03.02.2016

10:41 Uhr

Elektromobilität

Regierung will Masterplan für E-Autos vorlegen

Wirtschaftsminister Gabriel will den Kauf jedes Elektroautos mit 5000 Euro fördern. Das sorgt für handfesten Streit in der Regierung. Und die Uhr tickt: Bis März will die Regierung eine einheitliche Strategie vorstellen.

E-Mobilität

Gibt es bald Extrageld für Elektroautos?

E-Mobilität: Gibt es bald Extrageld für Elektroautos?

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BerlinDie Bundesregierung und die Autoindustrie wollen bis März einen gemeinsamen Handlungsrahmen entwickeln, wie die Elektromobilität in Deutschland vorangebracht werden soll. Dies erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach einem Autogipfel am Dienstagabend im Bundeskanzleramt.

Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass dieses Thema industriepolitisch von höchster Bedeutung sei: Die Elektromobilität entscheide zusammen mit der Digitalisierung über die Zukunft der deutschen Automobilbranche schlechthin. Erwartungsgemäß gab es bei dem Gipfel keine Einigung auf eine Kaufprämie für Elektroautos.

E-Autos: Trommeln für die Subvention

E-Autos

Trommeln für die Subvention

In Berlin kommt Kanzlerin Merkel heute Abend mit den Chefs der Autobranche zusammen. Zweck des Gesprächs: ein unmöglich scheinendes Ziel doch noch möglich machen. Können sich Autokäufer bald auf Kaufprämien freuen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Abend mit den Chefs der drei deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler zusammengekommen, um über geeignete Maßnahmen zu beraten, damit mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen.

Ziel der Regierung ist es, bis 2020 die Zahl von einer Million zugelassener Elektroautos in Deutschland zu erreichen. Derzeit liegt sie bei noch nicht einmal 50.000. An der Unterredung nahmen aufseiten der Bundesregierung neben Merkel und Gabriel auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Verkehrsminister Alexander Dobrindt teil.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

Dabei sollte es auch um den Vorschlag einer Kaufprämie für Elektroautos gehen. Im Gespräch ist eine Größenordnung von 5000 Euro je Fahrzeug. Der Vorschlag ist in der Regierung umstritten. Gabriel wirbt - wie auch die bayerische Staatsregierung – dafür, Schäuble lehnt ihn ab. Der frühere Skeptiker Dobrindt erklärte am Dienstag, er habe inzwischen keine ideologischen Vorbehalt mehr gegen die verschiedenen Vorschläge zur Förderung.

Gabriel zufolge gilt es, sich über die gesamte Bandbreite der anstehenden technologischen Veränderungen in diesem Bereich zu einigen. Dazu gehöre auch der Ausbau von Ladestationen für Elektroautos, die Weiterentwicklung von Batterietechnologien und ihre industrielle Produktion sowie die entsprechende Forschung in Deutschland.

Von

rtr

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