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25.01.2010

11:20 Uhr

Elektronische Rechnung

Kontrolle schafft Steuerbürokratie

VonDonata Riedel

Die Wirtschaftsverbände fürchten, dass schon bald eine neue Steuerbürokratie-Welle auf die Unternehmen zurollt. Paradoxerweise wäre dies das Ergebnis eines Versuchs, Rechnungen zwischen Firmen und ihren Kunden einfacher abzuwickeln - nämlich elektronisch am PC.

Laut EU-Recht müssen Rechnungen eine rechtsverbindliche Unterschrift tragen. Das führt bei der elektronischen Abwicklung zu Problemen. Quelle: dpa

Laut EU-Recht müssen Rechnungen eine rechtsverbindliche Unterschrift tragen. Das führt bei der elektronischen Abwicklung zu Problemen.

BERLIN. „Die Bundesregierung sollte in diesem Punkt nicht auf die Fertigstellung der neuen EU-Richtlinie warten, sondern die elektronische Rechnungsstellung auf nationaler Ebene erleichtern“, fordert Matthias Lefarth, Steuerexperte des Handwerksverbands ZDH.

Ursache des Bürokratieproblems ist, dass die elektronische Rechnung bisher nicht zu den Kontrollmechanismen passt, mit denen die Finanzbehörden der EU-Mitgliedstaaten den Umsatzsteuerbetrug unterbinden wollen: Danach muss jede Rechnung eine rechtsverbindliche Unterschrift tragen. Diese liefert nach deutscher Auslegung der Regeln bisher nur die „elektronische Signatur“. Die entsprechenden Systeme werden aber nur von wenigen zertifizierten Unternehmen angeboten und sind vor allem kleineren Firmen zu teuer.

Der ZDH und andere Verbände verweisen darauf, dass die skandinavischen Länder bereits heute für Rechnungen, die eingescannt oder gefaxt werden, für den Vorsteuerabzug keine elektronische Unterschrift mehr verlangen. „Das sollte auch in Deutschland ermöglicht werden“, so Lefarth.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zögert. Ein Sprecher seines Ministeriums sagt, die Rechnungs-Richtlinie werde derzeit auf EU-Ebene verhandelt. Die EU-Kommission strebt dabei sogar an, auf die elektronische Signatur zu verzichten. „Grundsätzlich begrüßt die Bundesregierung Bestrebungen zum Bürokratieabbau. Uns ist aber genauso wichtig, dass die Erfolge im Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug nicht zunichte gemacht werden“, so der Sprecher. Zwischen beiden Zielen müsse eine Balance gefunden werden.

Kommentare (1)

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Raimund Schlotmann

27.01.2010, 20:16 Uhr

Noch ist nicht sicher, wie die Zukunft der Signatur in Deutschland aussieht; bürokratieabbau hin oder her. Man sollten aber auf keinen Fall warten, sondern jetzt schon von den Vorteilen elektronischer Rechnungslegung profitieren. Es gibt einfach zu implementierende Lösungen (z.b. Hybridservices on demand wie itella iPost) auch für kleine Unternehmen, die man ohne Risiko jetzt einführen und jederzeit anpassen kann, wenn Gesetze sich ändern, und die darüber hinaus sogar für Papierrechnungen nutzbar wären.

Viele Grüße
R. Schlotmann

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