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30.12.2011

09:03 Uhr

Elternzeit

Schröder will mehr Väter am Wickeltisch

VonDietmar Neuerer

ExklusivMeist bleiben in Deutschland immer noch die Mütter beim Baby. Zwar ist der Anteil der Väter gestiegen, die Elternzeit in Anspruch nehmen. Doch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat mehr mit ihnen vor.

Ein Mann schaut sich zusammen mit seinem Kleinkind ein Spiel an. dpa

Ein Mann schaut sich zusammen mit seinem Kleinkind ein Spiel an.

DüsseldorfBundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat ein positives Fazit der Vätermonate beim Elterngeld gezogen und weitere Maßnahmen angekündigt, um noch mehr Väter für die Elternzeit zu gewinnen. Es gebe „starke Verunsicherungen“ bei beiden Elternteilen, da für Väter genauso wie für Mütter die zeitliche Inanspruchnahme durch die Kinderbetreuung ein „Knackpunkt“ sei. Darauf müsse die Politik reagieren, sagte die Ministerin.

„Der Schlüssel liegt darin, die Arbeitszeiten zu verbessern durch mehr Teilzeit, zum Beispiel eine Reduzierungsmöglichkeit auf 80 Prozent“, sagte Schröder. Dazu gehöre auch „mehr praktische Anerkennung“ für Elternzeit.

Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) plädierte dafür, das Elterngeld künftig deutlich länger als bisher zu zahlen. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa schlug sie eine Zeitspanne von künftig 24 statt heute 14 Monaten vor. Sobald es finanziell möglich sei, sollten die sogenannten Partnermonate zeitlich ausgedehnt werden, sagte sie. „Ideal wäre es, wenn wir insgesamt wieder auf eine zweijährige finanzielle Abfederung kämen, wie das vor der Einführung des Elterngeldes mit dem Bundeserziehungsgeld der Fall war.“ Nach Haderthauers Vorstellungen sollten beide Elternteile die 24-monatige Auszeit dann gleichberichtigt untereinander aufteilen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. dpa

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.

Das Elterngeld war am 1. Januar 2007 eingeführt worden. Der Elternteil, der nach der Geburt eines Kindes vorübergehend auf den Job verzichtet, erhält ein Jahr lang zwischen 300 und 1800 Euro monatlich. Wenn auch der andere Partner, im Regelfall der Mann, eine Auszeit nimmt, wird das Elterngeld für zwei weitere Monate gezahlt.

Laut Daten aus dem Familienministerium haben für Kinder, die im 2. Quartal 2010 geboren wurden, 25,4 Prozent der Väter Elterngeld in Anspruch genommen. In einigen Bundesländern ist demnach schon eine deutlich höhere Väterbeteiligung zu verzeichnen: Beispielsweise liegt sie in Sachsen bei 32,8 Prozent, in Bayern bei 32,3 Prozent und in Berlin bei 31,1 Prozent.

Zum Vergleich: 2008 lag die Väterbeteiligung laut Ministeriumsangaben noch bei 21 Prozent. Das 2007 durch das Elterngeld abgelöste Erziehungsgeld bezogen nur 3,5 Prozent der Väter.

Kommentare (27)

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xyz

30.12.2011, 05:31 Uhr

Elterngeld ist eine tolle Sache.

Ich habe es auch in Anspruch genommen, einmal für vier Monate und jetzt wieder für zwei Monate.

Leider mußte ich mit den durchnittlichen 67% von den letzten 12 Netttogehältern auskommen, genau wie jeder andere auch.......

Diese 67% deckten aber gerade mal meine monatlichen Fixkosten + ca. 50€ "Taschengeld"

Des Weiteren sind die 14 Monate Elterngeld eine Mogelpackung!......
Durch das Mutterschaftsgeld von 8 Wochen nach der Geburt, diese werden auf das Elterngeld angerechnet, beträgt das Elterngeld nut 10 + 2 Monate.

.....Viele höre ich sagen, daß ich froh sein könne überhaupt Geld zu bekommen, daß gab es nämlich früher nicht!........
Dieser Aussage isr richtig, aber dann sollte man auch die Wahrheit gleich sagen und nicht von max.14 Monaten sonder nur von max. 12 Monaten Elterngels sprechen.


Mein Fazit:

ich bin froh die Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können, der Politk stelle ich für die Aussage mit den "14 Monaten Elterngeld" höchsten die Note Mangelhaft aus!!!

Tabu

30.12.2011, 06:50 Uhr

Feministische Staatsdoktrin.

ronn

30.12.2011, 07:41 Uhr

Leider können Väter von denen sich die Mutter zur Geburt trennt nicht für ihre Kleinen sorgen und die Elternzeit in Anspruch nehmen. von Gleichberechtigung zwischen Müttern und Vätern sind wir in Deutschland meilenweit entfernt - darunter leiden neben den Vätern vor allem die Kinder!

Warum einem Vater von dem sich seine ehemalige Partnerin aus reiner Willkür (oder Berechnung?) kurz nach der Geburt getrennt hat nicht das Recht der Elternzeit zugebilligt wird und damit die Möglichkeit des Bezugsaufbau zwischen seinem Kind und ihm in den besonders wichtigen Anfangsmonaten des seines Kindes verwehrt wird ist fraglich und nicht nachvollziehbar.

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