Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2005

13:19 Uhr

Empörung über Vergleich von Abtreibungen mit nationalsozialistischen Massenmorden

Kardinal Meisner bedauert Hitler-Äußerungen

Mit den Worten «Es tut mir Leid, dass es dazu kam» hat der Kölner Erzbischof Meisner seinen Vergleich von Abtreibungen mit Holocaustopfern kommentiert. Er habe die Wirkung unterschätzt.

HB BERLIN. Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat bedauert, Abtreibungen mit den Verbrechen Hitlers und Stalins verglichen zu haben. Am Samstag sagte er, wenn er geahnt hätte, dass sein Verweis auf Hitler missverstanden werden könnte, hätte er «seine Erwähnung» unterlassen. «Es tut mir Leid, dass es dazu gekommen ist», sagte der Kardinal.

Die Äußerungen Meisners vom Dreikönigstag waren scharf kritisiert worden. Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, reagierte auf die Bemerkung des Erzbischofs, mit dem Kommentar, wenn Meisner den NS-Völkermord mit Abtreibung gleichsetze, beleidige er damit Millionen Opfer des Holocausts.

Die Grünen und die «Initiative Kirche von unten» hatten eine Entschuldigung Meisners gefordert. Er habe die Holocaust-Opfer beleidigt - und auch Frauen, die sich in einer schwierigen existenziellen Notsituation befänden, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth.

Das ökumenische Netzwerk «Initiative Kirche von unten» warf Meisner «beleidigende und volksverhetzende Äußerungen» vor. Er habe der katholischen Kirche und dem jüdisch-christlichen Dialog großen Schaden zugefügt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×