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20.12.2015

10:21 Uhr

Emsland

Brand vor Flüchtlingsunterkunft gelegt

„Unbekannte Täter, unbekannte Motive“: Auf eine Flüchtlingsunterkunft im Emsland wurde offenbar ein Brandanschlag verübt. Das Feuer konnte gelöscht werden. Die Polizei fahndet nach den Brandstiftern.

Vermutlich, um das Gebäude in Brand zu setzen, haben die Täter Pappkartons vor einem Nebeneingang angezündet – erfolglos. dpa

Plan vereitelt

Vermutlich, um das Gebäude in Brand zu setzen, haben die Täter Pappkartons vor einem Nebeneingang angezündet – erfolglos.

LingenUnbekannte haben an einer als Flüchtlingsunterkunft genutzten Sporthalle im Emsland ein Feuer gelegt. An einem Nebeneingang zum Mensagebäude eines Gymnasiums in Lingen brannten am Samstagmorgen mehrere Pappkartons, wie die Polizei mitteilte. Der Catering-Betreiber habe die Flammen bemerkt und gelöscht. Der Mensabereich der Schule werde von den Flüchtlingen mitgenutzt. Der Nebeneingang sei frei zugänglich von einer kleinen Zufahrt zu erreichen gewesen. Eine Gefahr für das Gebäude bestand laut Polizei durch die brennenden Kartons nicht. Die Polizei geht davon aus, „dass unbekannte Täter dieses Feuer aus noch unbekannten Motiven gelegt haben“. Nach ihnen werde gefahndet.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland

Hintergrund

Zwischen dem 1. Januar und dem 30. November 2015 wurden in Deutschland 222 fremdenfeindliche Angriffe registriert, bei denen Menschen zu Schaden kamen oder zu Schaden hätten kommen können. Nur in zwölf Fällen kam es zur Anklage einer oder mehrerer Täter – also in bloß fünf Prozent der Fälle.

(Quelle: „Zeit Online“; Stand 3. Dezember 2015)

Art der Anschläge

Bei den Angriffen handelte es sich in 93 Fällen um einen Brandanschlag, in ebenfalls 93 Fällen um Sachbeschädigungen und in acht Fällen um Wasserschäden. Hinzu kamen 28 tätliche Angriffe.

Betroffene Regionen

Angriffe auf Unterkünfte gibt es im gesamten Bundesgebiet. Auch gelingt die Aufklärung im Westen nicht häufiger als im Osten. Dennoch: In manchen Regionen kommen die Attacken gehäuft vor. Im Folgenden die Bundesländer mit den meisten Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte.

Sachsen

Das Bundesland Sachsen ist trauriger Spitzenreiter des Negativ-Rankings: In den ersten elf Monaten des Jahres wurden hier 64 Angriffe begangen, darunter 18 Brandanschläge.

Nordrhein-Westfalen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im gleichen Zeitraum 21 Fälle registriert. 14 davon waren Brandstiftungen.

Berlin

Auch die Hauptstadt findet sich unter den fünf Bundesländern. Hier wurden von Januar bis Ende November insgesamt 20 Anschläge begangen, darunter 4 Brandanschläge.

Baden-Württemberg

Aufgeklärt wurde hier bisher noch kein Angriff auf eine Unterkunft, begangen dafür mehrere: Seit Januar kam es in Baden-Württemberg zu 17 Angriffen auf Asylbewerberheime. Sieben davon waren Brandanschläge.

Mecklenburg-Vorpommern

An der Ostsee wurden in den vergangenen elf Monaten fünf Brandanschläge begangen. Insgesamt kommt Mecklenburg-Vorpommern damit auf 16 Angriffe.

Sachsen-Anhalt

Ebenfalls in der traurigen „Top Ten“-Liste landet Sachsen-Anhalt. Hier wurden 15 Anschläge begangen, sieben davon waren Brandstiftungen.

Bayern und Brandenburg

Hier wurden in den ersten elf Monaten von 2015 jeweils sieben Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte begangen.

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