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20.10.2011

14:27 Uhr

EnBW-Deal

EdF fällt Mappus in den Rücken

VonMartin Buchenau und Jürgen Flauger

Mit dem Kauf der EnBW wollte Stefan Mappus die Wähler beeindrucken. Das Geschäft erwies sich als Milliardengrab. Jetzt erklärt auch noch der französische Verkäufer, Mappus Darstellung der Geschehnisse sei falsch.

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU). dpa

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU).

Als Stefan Mappus (CDU) am 15. Dezember im Stuttgarter Landtag ans Rednerpult trat, war seine Brust vor Stolz geschwellt. Was er hier zu verkünden habe, sei „eine gute Nachricht für den Industrie- und Energiestandort Baden-Württemberg“, rief er der Opposition zu. Der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte kurz zuvor ein spektakuläres Geschäft abgeschlossen. Das Land stieg für knapp fünf Milliarden Euro mit 45 Prozent bei der „Energie Baden-Württemberg“, dem drittgrößten deutschen Versorger, ein. Mappus hatte die Anteile dem französischen Energiekonzern Électricité de France (EdF) abgekauft: ein „Stück moderne Industriepolitik“, schwärmte Mappus.

Der Traum ist ausgeträumt. Zehn Monate nach Geschäftsabschluss steht fest: Der Kauf war ein miserables Geschäft für das Land. Baden-Württemberg hat schon jetzt einen Wertverlust von rund einer Milliarde Euro zu tragen. Die EnBW-Aktien sackten nach der Landtagswahl ab.

Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, wie dubios das Geschäft ablief. So haben sich zentrale Punkte, mit denen Mappus und sein Berater, Morgan-Stanley-Deutschland-Chef Dirk Notheis, die Transaktion rechtfertigten, als unwahr herausgestellt. „Wir haben nicht die Katze im Sack gekauft“, sagte Mappus damals. Heute weiß man: Es gab keine bei derartigen Geschäften übliche Prüfung der Bücher, die „Due Diligence“. Auch auf eine Generalüberprüfung der Geschäftszahlen wurde verzichtet.

Kommentare (32)

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Petra

20.10.2011, 14:48 Uhr

Steuergeldverschwender genauso hart und unnachgiebig verfolgen wie Steuerhinterzieher! Was passiert mit Steuergeldverschwendern - NICHTS! Steuerhinterzieher werden eingesperrt!

Krönung ist noch die Pensionsregelung! Politiker/Beamte werden nach ihrem letzten Gehalt berechnet, weswegen es sehr viele Gefälligkeitsbeförderungen zum nahenden Dienstende gibt. Politiker/Beamte sind auch nur Menschen und müssen wie jeder andere Arbeiter/Angestellter auch, ein Ruhegeld erhalten, daß sich am Lebenseinkommen bemisst. Alles andere ist unsozial und ungerecht!

Buerger

20.10.2011, 14:49 Uhr

Es ist immer wieder erschreckend, wie unprofessionell und fahrlässig einzelne Politiker mit unseren Steuergeldern umgehen. Sollten diese Aussagen stimmen, müßte Mappus persönlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Es ist auch unverantwortlich von Merck diesen Herrn mit einer leitenden Position im Konzern zu betrauen. Gute Unternehmensführung sieht anders aus!

Beo

20.10.2011, 14:50 Uhr

Wo bleibt die STAATSANWALTSCHAFT??? Schadensersatz gegen Mappus & Morgan Stanley!

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