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03.06.2015

11:58 Uhr

Ende der 25-Prozent-Abgeltungssteuer

Schäuble hält höhere Kapitalsteuer für möglich

Die OECD-Länder arbeiten an einem automatischen Informationsfluss von Steuerdaten. Eine Folge daraus hat nun Finanzminister Wolfgang Schäuble erläutert – sie betrifft die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland.

Wolfgang Schäuble – er war nie ein Freund der pauschalen Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge. Reuters

Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble – er war nie ein Freund der pauschalen Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge.

Berlin
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält als eine Folge des automatischen Steuer-Informationsaustausches zwischen Staaten höhere Sätze bei der Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland für möglich. Derzeit werde in den Ländern der Industriestaatenorganisation OECD daran gearbeitet, diesen automatischen Informationsfluss von Steuerdaten herzustellen, sagte Schäuble der „Wirtschafswoche“. Wenn man das bis 2017 hinbekomme, dann könnte das das Ende der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent auf Kapitalerträge in Deutschland bedeuten, signalisierte er. „Dann wären auch wieder höhere Steuersätze auf Kapitalerträge denkbar.“

Die pauschale Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge war unter Schäubles Amtsvorgänger Peer Steinbrück eingeführt worden. Der hatte Kritik an dem von Kritikern als zu gering erachteten Satz mit Blick auf eine Verschiebung von Geldvermögen in andere Länder mit dem Argument verteidigt, es sei besser, 25 Prozent auf einen Betrag von X zu erhalten als 45 Prozent „von nix“.

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„Damals bei der Einführung war das Argument, man müsse sich mit geringeren Sätzen zufrieden geben, weil in einer globalisierten Wirtschaft sonst massive Steuer- und Kapitalflucht drohe“, sagte Schäuble nun. Das gelte aber nicht mehr, wenn man den Informationsaustausch habe. „Ich war nie Anhänger dieser Idee, aber ich war damals leider nicht zuständig“, machte Schäuble seine Haltung klar.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Herr Franz Paul

03.06.2015, 12:26 Uhr

Hallo Herr Schäuble,
ich werde dann alle Mitarbeiter entlassen, die Firmen schliessen, die Aktien abstossen und von meinen Reserven ohne Einkünfte gut leben. ICH kann das. Sie auch? Und meine ( dann ehemaligen) Mitarbeiter?

Herr Holger Narrog

03.06.2015, 12:41 Uhr

Der Artikel ist schlicht falsch!

Der reale Steuersatz beträgt je nach Situation weit über 100%. Die Steuer stellt bereits heute eine wenn auch schleichende Enteignung durch die Merkel Sozialisten und deren Blockparteien dar.

Aktuell beträgt der Steuerabzug bei Kapitalerträgen 27% auf den nominalen Ertrag. Bei einer Anleihe mit 1,5% Zins, 2% Geldentwertung und 0,25% Gebühren betragen die Steuern real 176%. Eine Aktie, 4 Jahre Haltedauer, 8% Kursgewinn, kumulierte Gebühren 1%, Geldentwertung 2%/Jahr wird mit real140% besteuert. Hinzu kommt, dass die Gewinne und Verluste häufig nicht saldiert werden dürfen wodurch die Enteignung beschleunigt wird.

Herr Holger Narrog

03.06.2015, 12:51 Uhr

Erläuterung: Da die Realzinsen aktuell unter 0 liegen wird in erster Linie die Geldentwertung besteuert. Das ist eine ziemlich unfaire Praxis der Merkel Sozialisten die nicht von jedermann durchschaut wird.

Staaten die etwas fairer mit ihren Bürgern umgehen verzichten auf eine Besteuerung von Kursgewinnen, Schweiz, oder setzen sehr niedrige Steuersätze an, USA.

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