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04.01.2015

16:57 Uhr

Energie-Agenda 2030

Gabriel drängt Bayern zu neuen Stromtrassen

Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) fordert von der bayerischen Landesregierung die Genehmigung für den Bau neuer Stromtrassen. Bislang gibt der Freistaat kein grünes Licht. Doch mit Gabriels Brandrede wächst der Druck.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: Falls die CSU weiterhin den Bau der Trassen blockiere, „wird es bitter für die bayerische Wirtschaft“. dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: Falls die CSU weiterhin den Bau der Trassen blockiere, „wird es bitter für die bayerische Wirtschaft“.

BerlinNach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) drohen in Bayern höhere Strompreise, falls der Freistaat kein grünes Licht für den Bau neuer Stromtrassen gibt. Für den Fall, dass die CSU weiterhin den Bau der Trassen blockiere, „wird es bitter für die bayerische Wirtschaft“, sagte der SPD-Vorsitzende der „Bild am Sonntag“. Denn Strom in Bayern bleibe dann knapp und werde mit dem Abschalten der Atomkraftwerke in den nächsten Jahren noch knapper. „Und alles was knapp ist, wird teuer.“

„Die CSU tut sich schwer damit zu akzeptieren, dass es ohne neue Stromleitungen keine sichere Stromversorgung gibt“, fügte Gabriel hinzu. „Bayern muss sich im Januar endgültig für die beiden geplanten Stromtrassen nach Süden entscheiden.“

Gabriel plädierte zudem für einen umfassenden Umbau des Energiesektors nach Vorbild der Sozialreformen unter Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). „Heute sind es die hohen Energiekosten, die vor allem energieintensiven Unternehmen das Leben in Deutschland schwer machen“, sagte Gabriel. Dahinter stünden aber hunderttausende von Arbeitsplätzen. „Jetzt brauchen wir eine Energie-Agenda 2030.“

15 Gründe, weshalb die Energiewende so kompliziert ist

Kosten

Diese zahlen die Stromverbraucher. Die Ökostrom-Umlage und Rabatte für die Industrie belasten ihre Stromrechnungen.

Fördersystem

Die Wirtschaft warnt vor Planwirtschaft und fordert ein Förder-Ende sowie Wettbewerb auch für Ökostrom-Erzeuger.

20 Jahre Garantie

Da Solar- und Windanlagen bisher 20 Jahre lang Vergütungen bekommen, kann der Strompreis erstmal nicht sinken.

Soziale Schieflage

Die Zahnarzthelferin zahlt über den Strompreis die Renditen für Solarpanele, die sich ihr Chef aufs Dach setzt.

Industrie

Sie muss entlastet werden, damit niemand abwandert. Aber wie stark? Die Bürger müssen dadurch Mehrbelastungen schultern.

Zielkonflikt

Weniger Atomstrom führt dazu, dass mehr Kohlestrom produziert wird. Der CO2-Ausstoß ist 2012 und 2013 gestiegen.

Länder-Interessen

Der Norden will mehr Windräder, der Westen fürchtet um seine Industrie, der Süden will mehr Gaskraftwerke.

Stromnetze

Große Nord-Süd-Trassen werden gebraucht, sonst gibt es im Norden viel zu viel Strom. Aber die Bürger protestieren.

Fehlende Steuerung

Bisher können quasi unbegrenzt Ökoenergie-Anlagen gebaut werden - es fehlt oft an bedarfsorientierter Planung.

Grundlast-Problem

Ohne Speicher sind wegen der je nach Wetterlage schwankenden Ökostrom-Produktion weiterhin viele Kraftwerke nötig.

Strombörse

Im Einkauf fallen dank viel Ökostrom die Preise - die Bürger spüren davon wegen der Umlagen beim Endpreis kaum etwas.

Fehlender Markt

Viele Kraftwerke rechnen sich nicht mehr - der mit viel Geld geförderte Ökostrom stellt den Markt auf den Kopf.

Überkapazitäten

Wegen des rasanten Ausbaus wird oft zu viel Strom produziert. Nie wurde so viel Strom exportiert wie 2013.

Ärger bei den Nachbarn

Polen lässt Netzsperren einbauen, auch andere Länder klagen über Preis- und Stromfluss-Unwuchten.

Wärmemarkt

Im Wärmebereich hakt es besonders stark, auch beim Energiesparen - Gebäudesanierungs-Ziele werden kaum erreicht.

Er hoffe, dass die Union dazu den gleichen Mut aufbringe wie die Sozialdemokraten mit den Grünen bei der Agenda 2010. Er wolle dafür sorgen, „dass keine industriellen Arbeitsplätze verloren gehen und die Strompreise nicht weiter steigen“.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr D. Dino54

05.01.2015, 16:25 Uhr

Diese gemurkste, mit Kompetenzleere gepaarte Energiewende, mit unseriösem Lobbyeinfluss, wird mal enden wie unsere Mülltrennung und Müllverbrennung, siehe Köl'sche-Klüngel vor einigen Jahren !

Erst wird wie bekloppt und Kopflos (gewollt) investiert, wenige profitieren, dann das erwachen, bei wenigen !

Eine Mülltrennung wäre heute gar nicht mehr nötig, denn die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer entwickelten ein Trennverfahren, die diese unnötig machen.

ABER, wir können dieses Verfahren nicht mehr einsetzten, weil wir bereits zuviel investiert haben in dieser gewollten "Mülltrennung" !

Das wir auch noch Müll aus dem Ausland uns anliefern lassen, damit unsere Verbrennungsanlagen, die vorhersehbar überdimensioniert gebaut wurden, wäre ein Kapitel für sich.

Aber unsere Nachbarländer setzten diese Trenn-Anlagen dankend ein und können Ihren Bürgern eine preiswerte Alternative zu unserem präsentieren.

Anfang 2000 hatte der Bürger in NRW an Entsorgungsgebühren von etwa 360 Millionen Euro im Jahr, wegen dieser "Politik", zuviel bezahlen müssen, bis heute !

Diese "Entwicklung" sehe ich auch hier bei der Energiewende !

Irgendwann in naher Zukunft gibt es ein Energieverfahren, die besser und kostengünstiger sein wird, aber wir können diese nicht einsetzten, denn wir haben wie bekloppt investiert und unser Land verschandelt, für wenige !

Ein Armutszeugnis dieser Politik !

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