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27.12.2012

15:45 Uhr

Energieabgaben

Staat kassiert Hälfte des Strompreises

Der Staatsanteil an Stromkosten wird 2013 auf über 30 Milliarden Euro steigen. Damit können Steuern, Abgaben und Umlagen im neuen Jahr fast die Hälfte des Strompreises ausmachen. Die Gründe sind vielfältig.

Beim Strompreis hält Vater Staat ab dem neuen Jahr verstärkt die Hand auf. dpa

Beim Strompreis hält Vater Staat ab dem neuen Jahr verstärkt die Hand auf.

BerlinÜber 30 Milliarden Euro werden die Stromkunden in Deutschland im kommenden Jahr voraussichtlich mit ihrer Stromrechnung für Steuern, Abgaben und staatlich verordnete Umlagen zahlen. Das sind fast sieben Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag in Berlin prognostizierte. Rund die Hälfte des Strompreises entfalle damit künftig auf staatlich induzierte Bestandteile.

Grund für den Anstieg sind laut BDEW unter anderem die deutliche Erhöhung der EEG-Umlage zur Förderung der Wind- und Sonnenenergie um 47 Prozent, die Verdoppelung der Umlage zur Entlastung stromintensiver Betriebe von den Netzentgelten und die Einführung einer neuen Offshore-Haftungsumlage zur Förderung von Windparks auf hoher See.

Studie: Energiewende belastet vor allem ärmere Haushalte

Studie

Energiewende belastet vor allem Ärmere

Immer auf die Kleinen: Die Kosten für die Energiewende lasten überproportional auf den Schultern der Geringverdiener, stellt das Forschungsinstitut IW Köln fest. IW-Chef Michael Hüther nennt eine Alternative.

Doch ist dies nicht die einzige Veränderung, auf die sich der Energiekunde im neuen Jahr einstellen muss. Verschärft wird auch die europäische Ökodesign-Richtlinie für den Stand-by-Verbrauch neuer Geräte, wie der BDEW mitteilte. Durften elektrische Geräte bislang im Stand-by-Betrieb zwei Watt verbrauchen, so wird der zugelassene Energiekonsum zum Jahreswechsel auf ein Watt halbiert. Geräte ohne Statusanzeige dürfen sogar nur noch maximal ein halbes Watt verbrauchen.

Insbesondere der Stromverbrauch von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik werde immer noch unterschätzt, erklärte der Verband. Die Kosten für den Stand-by-Betrieb könnten sich im ungünstigen Fall auf 150 Euro und mehr pro Jahr im Haushalt addieren. Da bereits im Handel befindliche Geräte mit höherem Stand-by-Verbrauch weiter verkauft werden dürfen, riet der BDEW, beim Geräteneukauf gezielt nach der Energieeffizienz in diesem Punkt zu fragen.

Wie viel Haushalte für die EEG-Umlage pro Person monatlich zahlen müssen

Singles

2011 mussten Alleinstehende noch 6,34 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,51 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 9,49 Euro oder 0,72 Prozent des Einkommens sein.

Paare ohne Kinder

2011 mussten Paare ohne Kinder noch 6,47 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,31 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 9,68 Euro oder 0,44 Prozent des Einkommens sein.

Alleinerziehende

2011 mussten Alleinerziehende noch 5,94 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,6 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 8,88 Euro oder 0,85 Prozent ihres Einkommens sein.

Paare mit Kindern

2011 mussten Paare mit Kindern noch 5,65 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,34 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 8,45 Euro oder 0,48 Prozent ihres Einkommens sein.

Geändert wird zum Jahreswechsel auch die Besteuerung von Elektrofahrzeugen. Die bestehende Steuerbefreiung für Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb, die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2015 erstmalig zugelassen werden, wird von bislang fünf auf zehn Jahre ausgedehnt. Damit will die Bundesregierung dem Ziel näher kommen, bis zum Jahr 2020 eine Millione Elektroautos auf die Straße zu bringen.


Von

dapd

Kommentare (23)

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Fakten

27.12.2012, 16:24 Uhr

Der Strom ist noch nicht teuer genug, denn sonst würden viele Millionen Wähler nicht den eigenen Metzger wählen. Wie blöd kann nur das Volk sein? Die 7 Stimmen meiner Famile bekommen die Altparteien jedenfalls nicht mehr. Es sind bürgerfremde Versager, die nicht mehr wissen wie die Menschen alles bezahlen sollen.

Auslaender

27.12.2012, 16:29 Uhr

Der niedrige Strompreis der Industrie wird durch den Bürger subventioniert.

Der Staat kassiert.

Die kalte Progression floriert.

Der Steuerbürger wird ruiniert.

Der Beamte und Pensionär wird goutiert und triumphiert.

Der deutsche Staat hat sich damit blamiert.

Ich bin frustriert aus Deutschland emigriert.

Schönes Neues Jahr!!!

Thomas-Melber-Stuttgart

27.12.2012, 16:40 Uhr

Der einzige Grund ist: "der Staat" braucht Geld weil seine Organe nicht wirtschaften können.

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