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23.03.2006

21:00 Uhr

Energiegipfel am 3. April

Neuer Anlauf für die Atomkraft

VonHeinz J. Schürmann und Klaus Stratmann

Die Energiebranche lässt beim Thema Atomkraft nicht locker. Nach den Landtagswahlen am Wochenende sei der Burgfrieden beendet, sagten hochrangige Energiemanager dem Handelsblatt.

RWE würde gerne die Laufzeit des Kernkraftwerks Biblis A verlängern. Foto: ap

RWE würde gerne die Laufzeit des Kernkraftwerks Biblis A verlängern. Foto: ap

DÜSSELDORF/BERLIN. Man werde sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Frage der Laufzeiten von Atomkraftwerken beim Energiegipfel am 3. April zu einem zentralen Thema werde. Dagegen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch in der vergangenen Woche erklärt, die Kernenergienutzung werde auf dem Gipfel ausgeklammert.

Man wisse sehr wohl, dass man gerade die Union mit dem Thema in eine schwierige Lage bringe. Es mache aber keinen Sinn, einen Energiegipfel zu veranstalten und eine der wichtigsten energiepolitischen Fragen nicht zu behandeln. „Wir können die Realität nicht ausblenden“, sagte ein Manager. Der Weltenergierat zeigte Verständnis für die Argumentation der Konzerne: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fragen der Kernenergie aus der Diskussion um eine konsistente energiepolitische Strategie ausgeklammert werden können“, sagte Carsten Rolle, Geschäftsführer des nationalen Komitees des Weltenergierates, dem Handelsblatt. „Die Sachzwänge machen es daher erforderlich, auch über dieses Thema beim Energiegipfel zu sprechen.“

Kanzlerin Merkel will auf dem Energiegipfel die Leitlinien der künftigen Energiepolitik festlegen. Die Leitlinien sollen die Basis für ein langfristiges Konzept bilden, das die Bundesregierung im Laufe des nächsten Jahres fertig stellen will. Ein gemeinsam von Umwelt- und Wirtschaftsministerium erarbeitetes Papier definiert als Schwerpunkte des Gipfels die Energienachfrage, die Energiepreise, die Entwicklung der Strom- und Gasmärkte, den Klimaschutz, die Energieeffizienz und die Energieforschung. Neben der Kanzlerin, Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) werden auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Forschungsministerin Annette Schavan (CDU), Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) und die Chefs der vier großen Stromkonzerne teilnehmen.

Die Versorger argumentieren, eine sichere und klimaschonende Energieversorgung lasse sich nur mit der Atomenergienutzung gewährleisten. Daher müsse das Thema auf dem Gipfel besprochen werden.

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