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03.05.2012

07:25 Uhr

Energiegipfel

Merkels Mammutprojekt Atomausstieg

Die Kosten für die Bürger durch die Energiewende drohen zu steigen. Dass zudem Netze fehlen, ist bekannt. Und dann noch das Problem, dass kaum jemand in neue Gas- oder Kohlekraftwerke investieren will.

Das Kernkraftwerk Biblis. ap

Das Kernkraftwerk Biblis.

Berlin Hinter vorgehaltener Hand schwant manchem Politiker nichts Gutes, wenn es um das Abschalten der nächsten Atomkraftwerke geht. 2015, 2017, 2019 je ein Meiler, 2021 und 2022 je drei Anlagen. So lautet der mühsam zwischen Union, FDP, SPD, Grünen und Ländern ausgehandelte Stufenplan. Doch das dürfte noch die einfachste Übung gewesen sein. Die Herausforderungen bei Kosten, Stromnetzen und neuen Kraftwerken sind so groß, dass es in der Energiebranche zum Teil Bedenken gibt, ob sich alle Abschaltdaten so halten lassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nun knapp ein Jahr nach dem Ausstiegsbeschluss das Heft des Handelns wieder stärker in die Hand genommen, für Mittwochnachmittag hatte sie die Spitzenvertreter von Eon, RWE, Siemens und des Stadtwerkeverbunds Thüga in das Kanzleramt eingeladen. Auf der Agenda: Die Probleme beim Stromnetzausbau und fehlende Investitionen in neue Gas- und Kohlekraftwerke. Diese braucht man, um die Atommeiler abzuschalten.

„Denn sie sind in der Lage Strom auch dann bereitzustellen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht“, sagt Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Und sie können den Bedarf an Stromautobahnen vom Norden und Osten, wo der meiste Ökostrom erzeugt wird, in den Süden verringern. Das Treffen sei vom Willen getragen gewesen, die Energiewende gemeinsam voranzubringen, hieß es. SPD und Grüne sprachen hingegen von einer Schau-Veranstaltung. „Der Energiegipfel von Kanzlerin Merkel zeigt ihre ganze Ratlosigkeit“, so Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Eingeladen gewesen seien mit den großen Konzernen die Blockierer der Energiewende. Doch gerade die Atomkonzerne sind mitentscheidend, wenn das Mammutprojekt gelingen soll. Sie planen trotz der Einschnitte durch das Atom-Aus und Klagen auf Milliardenentschädigungen massive Investitionen in grüne Energien. Und Merkel braucht sie - genauso wie die Stadtwerke - für den Bau von konventionellen Ersatzkraftwerken.

Doch sie sind verärgert, weil die Rahmenbedingungen unklar sind, zudem verzögert sich der Netzanschluss der Windparks in der Nordsee massiv, der niederländische Netzbetreiber Tennet hat das Problem unterschätzt. Auch an Land sieht es nicht besser aus: Wird die für den Transport von Windstrom vorgesehene Trasse durch den Thüringer Wald in den Süden nicht rasch fertig, könnte die Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld im Norden Bayerns 2015 zu Versorgungsproblemen führen. Wirtschaftsführer und Opposition stellen der Regierung bei der Umsetzung des Atomausstiegs bisher ein eher schlechtes Zwischenzeugnis aus. Vor allem fehlt vielen der einst von der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung vorgeschlagene zentrale Beauftragte. So richten Rösler und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) AGs, Steuerungskreise und Energie-Plattformen ein, hinzu kommen eigene Energiekonzepte von Ländern und Kommunen. Doch ein Masterplan ist oft nicht zu erkennen - und die Industrie fürchtet durch hohe Energiepreise den Verlust vieler Arbeitsplätze.

Kommentare (24)

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Thomas-Melber-Stuttgart

03.05.2012, 07:49 Uhr

Gas- und Kohlekraftwerke emittieren doch CO2? Oder nicht?

Account gelöscht!

03.05.2012, 08:05 Uhr

Deutschland schafft sich selbst ab, oder

Die Kanzlerin sollte das EEG "erneuern" und die Redaktion sollte die Verdummung der Bevölkerung beenden, inden sie Euphemismen in Anführungsstriche setzt: "grünes" Wachstum.

Account gelöscht!

03.05.2012, 08:07 Uhr

Es ist wie im Kindergarten .
Man muss es ihnen wirklich genauso erklären (denen die Atomkraft abschalten wollen )
Keiner !Wirklich keiner baut Gas oder Kohlekraftwerke wenn sie nicht kontinuierlich in betrieb sind und die entstandenen Investitionskosten durch den Verkauf von Energie wieder reinkommt !
Diese Neuzubauenden Anlagen können nicht abgeschaltet werden wenn der Wind weht nur weit ihr lieber den Strom nutzen wollt den eure Spielzeuge liefern .

Wozu also neubauen ? Kohle haben wir zwar , aber keiner fördert noch welche .
Gas haben wir nicht , Importe machen uns vom ausland abhängig .
Warum dann nicht gleich weiter die Kernkraft nutzen ?
Der Strahlentod ist der Tod
Der Kältetod ist der Tod
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Der Hungertod ist auch nix anderes

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