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12.07.2011

16:54 Uhr

Energienetze

Regulierer warnt vor höheren Renditen

VonKlaus Stratmann

ExklusivDer Präsident der Bundesnetzagentur weist entsprechende Forderungen zurück. „Der Eigenkapitalzinssatz ist markt- und risikoadäquat“, sagte Matthias Kurth, dem Handelsblatt. Politiker befürworten seinen Kurs.

Windräder drehen sich neben einer Hochspannungsleitung in Brandenburg. Quelle: dpa

Windräder drehen sich neben einer Hochspannungsleitung in Brandenburg.

Berlin Die Netzbetreiber beklagen, die gesetzlich geregelten und von der Netzagentur kontrollierten Eigenkapitalzinsen seien in Deutschland zu niedrig. Da im europäischen Ausland höhere Renditen gezahlt würden, sei es schwer, Investoren für den dringend erforderlichen Netzausbau in Deutschland zu gewinnen.

In Deutschland lässt die Bundesnetzagentur Eigenkapitalzinssätze für Neuinvestitionen in Strom- und Gasnetze in Höhe von 9,29 Prozent vor Körperschaftsteuer und nach Gewerbesteuer zu. Unter Berücksichtigung aller steuerlichen Lasten liegt der Zinssatz nach Angaben von Netzbetreibern in Deutschland bei 7,8 Prozent, in Spanien dagegen bei 11,1 Prozent und in Großbritannien bei 9,6 Prozent. Um Investitionen in Deutschland interessant zu machen, müsste nach Ermittlung des Beratungsunternehmens Nera ein nominaler Eigenkapitalzins von 11,6 Prozent festgelegt werden.

Kurth sieht das anders. Wenn man die in Deutschland gewährten Eigenkapitalzinsen mit denen anderer Länder vergleiche, genüge es nicht, „allein auf die Höhe der nominalen Eigenkapitalverzinsung abzustellen“. Man müsse auch darauf achten, wie im jeweiligen Regulierungssystem die Bemessungsgrundlage ermittelt werde. Derzeit prüft die Netzagentur die Eigenkapitalzinsen im Gasbereich. Voraussichtlich im Oktober werden sie neu festgelegt. Der Strombereich folgt später.

Für seinen restriktiven Kurs erhält Kurth Unterstützung. Er halte nichts davon auf Zuruf höhere Renditen zuzulassen, sagte Joachim Pfeiffer (CDU), wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dem Handelsblatt. Der Ausbau der Netze sei nicht wegen zu geringer Renditen mühselig, sondern wegen komplizierter Genehmigungsverfahren. Die Netzagentur habe mit dem Beginn der Regulierung 2005 erhebliche Erfolge erzielt, in dem sie die Netzentgelte gedrückt habe und die Verbraucher um Milliardenbeträge entlastet habe. Diese Erfolge dürfe man nicht leichtfertig gefährden.

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