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17.05.2015

11:21 Uhr

Energiepolitik

Bayerns Stromtrassen-Pläne verärgern Nachbarn

Weil Bayerns Staatsregierung Bürgerproteste fürchtet, sperrt sie sich gegen Pläne für neue Stromtrassen. Wirtschaftsministerin Aigner schlägt jetzt vor, eine Leitung um Bayern herumzuführen. Das sorgt für Ärger.

Bayern sperrt sich gegen neue Stromtrassen, die Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland bringen sollen. dpa

Bayern sperrt sich gegen neue Stromtrassen, die Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland bringen sollen.

MünchenBayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will die umstrittene Gleichstrom-Trasse für den sogenannten Suedlink nach Westen verschieben. Damit würde die geplante Superleitung, die Windstrom von der Küste in den Süden bringen soll, hauptsächlich durch Baden-Württemberg und Hessen führen. Ein Vorhaben, das beiden Bundesländern auf Widerstand stößt.

In Kürze will die Bundesnetzagentur ihre Pläne für das künftige deutsche Stromnetz vorlegen. Über den Netzausbau soll noch vor der Sommerpause in Berlin entschieden werden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), aber auch zahlreiche Bürgerinitiativen in Bayern und Hessen, stemmen sich gegen Suedlink. Die Leitung soll die Energieversorgung im industriestarken Süden gewährleisten, wenn 2022 die letzten Atommeiler abgeschaltet werden.

In ihrer Stellungnahme droht Aigner indirekt mit einer Blockade der Netzausbaupläne. Sie bringt Naturschutz-Argumente ins Spiel sowie eine Änderung des bayerischen Landesentwicklungsplans.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erklärte, das Land werde sich „die Unverschämtheiten aus München nicht gefallen lassen“. Der Vorschlag sei „an Dreistigkeit nicht zu überbieten“ und gehe zu Lasten anderer.

Suedlink würde dann erst auf den letzten Metern in Bayern landen. „Die bayerische Landesregierung kann nicht ernsthaft glauben, dass dieser wahnwitzige Vorschlag auch nur den Hauch einer Realisierungschance hat“, so Al-Wazir.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) wies den Aigner-Vorstoß ebenfalls zurück. Der bisherige Planungsprozess habe sich stets an Kriterien der Versorgungssicherheit orientiert und die Interessen von ganz Deutschland im Blick gehabt, teilte Untersteller mit. „Es gibt überhaupt keinen fachlichen Grund, vom vereinbarten Verfahren abzuweichen und die Netzausbaupläne grundlegend zu ändern.“

Durch die Vorschläge Bayerns würden Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen zusätzlich belastet, sagte Untersteller. Zudem würden dadurch die Netzausbauplanungen für die Suedlink-Trasse „quasi zurück auf den Anfang“ gesetzt – was mehrere Jahre Verzug bedeute. „Diesen zeitlichen Umweg können wir uns schlicht nicht leisten“, so Untersteller.

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