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07.06.2016

14:00 Uhr

Energiepolitik

Netzausbau in Deutschland verzögert sich

Die geplanten Strom-Autobahnen werden wohl erst 2025 fertig werden – und damit später als gedacht. Das geht aus einem Bericht hervor, der sich auf die Netzagentur beruft. Was der Grund für die Verzögerungen ist.

Unter Berufung auf einen neuen Bericht der Bundesnetzagentur berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass der deutsche Netzausbau langsamer voranschreitet als geplant. dpa

Strommasten

Unter Berufung auf einen neuen Bericht der Bundesnetzagentur berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass der deutsche Netzausbau langsamer voranschreitet als geplant.

BerlinDie geplanten Strom-Autobahnen von Nord nach Süd werden einem Zeitungsbericht zufolge später fertig als bislang erwartet. So sei die umstrittene SuedLink-Trasse von Norddeutschland nach Bayern und weiter nach Baden-Württemberg erst 2025 errichtet, drei Jahre später als bisher geplant, berichtet die Süddeutsche Zeitung (Dienstagausgabe) vorab unter Berufung auf einen neuen Bericht der Bundesnetzagentur.

Auch der Korridor A, eine Leitung von Emden ins nordrhein-westfälische Osterath, werde demnach nicht 2022, sondern erst 2025 fertig. Die geplante Leitung von Osterath ins baden-württembergische Philippsburg brauche zwei Jahre mehr bis 2021. Auch die Trasse SuedOstLink, die von Sachsen-Anhalt nach Niederbayern führe, werde erst 2025 fertig.

Bund-Länder-Eckpunkte zu Ökostromausbau

Grundzüge für den Ökostrom-Ausbau

Bund und Länder wollen den weiteren Ausbau der Windenergie drosseln und so auch die Kosten bei der Förderung von Ökostrom besser in den Griff bekommen. Bei einem Spitzentreffen verständigten sich Bundesregierung sowie die Regierungschefs der Länder auf Grundzüge für den Ökostrom-Ausbau. Die bisherigen Eckpunkte.

Förderung

Mit der Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) sollen ab 2017 die auf 20 Jahre festgelegten Garantiepreise für die Stromabnahme aus neuen Anlagen wegfallen. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben: Wer am wenigsten Subventionen verlangt, erhält dann den Zuschlag.

Ausbaupfad

Es bleibt bei dem Ziel, dass bis zum Jahr 2025 etwa 40 bis 45 Prozent des Stromverbrauchs aus Ökostrom-Quellen kommen. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 33 Prozent. Der Ausbau von Ökostrom sowie der Netze sollen besser verzahnt werden.

Wind an Land

Für Windparks an Land (Onshore) soll ein Zubau von 2800 Megawatt brutto jährlich festgelegt werden. Das entspricht einer Menge von rund 1000 Windrädern. Bisher waren 2500 Megawatt angepeilt worden. Der Ersatz alter durch neue Anlagen soll aber nicht angerechnet werden. Die Förderung neuer Windparks soll einmalig zum 1. Juni 2017 um fünf Prozent gekürzt werden.

Wind auf See

Bei Windparks auf hoher See (Offshore) sieht das EEG 2014 bisher ein Ausbauziel von 6500 Megawatt für 2020 und von 15.000 Megawatt für 2030 vor. Um auf einen kontinuierlichen Ausbau zu kommen, sollen mit jährlichen 730 Megawatt die Ausschreibungsmengen gleichmäßig verteilt werden.

Photovoltaik

Künftig sollen jährlich Solaranlagen mit einer Leistung von 600 Megawatt ausgeschrieben werden. Kleine Anlagen auf Dächern sollen aber wie bisher gefördert werden. Im Bereich Solarenergie bleibt es beim Ausbauziel von 2500 Megawatt.
(Quelle: dpa)

Grund sei vor allem die geplante Verlegung der Leitungen unter der Erde. Die Koalition hatte sich im vorigen Jahr darauf verständigt, die Leitungen künftig vorrangig als Erdkabel zu verlegen. Dies soll helfen, Anwohner für die Projekte zu gewinnen. Ursprünglich sollten die Nord-Süd-Leitungen 2022 fertig sein, wenn die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen.

Von

rtr

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