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13.02.2012

18:59 Uhr

Energieversorgung

Deutschland muss mehr Strom importieren

Erstmals seit Tagen hat Deutschland mangels Sonnen- und Windstrom mehr Strom ein- als ausgeführt. Mit Engpässen sei jedoch nicht zu rechnen. Anders beim Gas: Im Süden war es regional zu Schwierigkeiten gekommen.

Die russischen Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline kommen im vereinbarten Umfang. dapd

Die russischen Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline kommen im vereinbarten Umfang.

BerlinErstmals seit Tagen hat Deutschland am Montag zeitweise wieder mehr Strom ein- als ausgeführt. Es gab durch das vielerorts trübe Wetter teils weniger als 1000 Megawatt an Wind- und Solarstromproduktion - bei über 50.000 Megawatt an installierter Leistung in diesem Bereich. In den vergangenen Tagen hatten Wind- und Solarparks noch oft mehr als 10.000 Megawatt Strom produziert und so zu Stromüberschüssen beigetragen. Die Lage am Montag zeigte damit, welche Herausforderung der Atomausstieg bis 2022 mit sich bringt.

Trotz des kalten Wetters sieht Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in Deutschland weiterhin eine stabile Energieversorgung. Zwar sei es bei der Gasversorgung in Süddeutschland regional zu Schwierigkeiten gekommen, aber nicht flächendeckend, sagte er am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Insgesamt gebe es eine angespannte Situation. Deswegen habe die Bundesnetzagentur Verträge mit weiteren Kraftwerksbetreibern abgeschlossen, um Engpässe abdecken zu können.

Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger rechnete trotz regionaler Schwierigkeiten nicht mit Versorgungsengpässen, verwies aber auf Probleme im Gasbereich. „Klar ist, wir haben derzeit eine schwierige Aufgabe“, sagte Oettinger am Montag in Berlin. Es bestehe das Problem, ob genügend Gas nach Deutschland geliefert werde.

Er betonte zugleich: „Ich glaube, dass (...) die Versorgungssicherheit für Strom im wesentlichen, aber auch für Gas gehalten werden kann.“ Dem Nachrichtensender n-tv sagte er mit Blick auf die Gaslieferungen aus Russland: „Wir haben derzeit einen hohen Gasbedarf und deswegen ist es notwendig, dass wir neben unseren russischen Partnern die Lieferländer weiter ausbauen.“ Gerade im Süden hatten Gaskraftwerke teilweise Lieferengpässe zu beklagen.

Kommentare (5)

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13.02.2012, 20:01 Uhr

In Wahrheit sei Deutschland nach wie vor Stromexporteur.
Trittin am 11.02.2012, 10:22 Uhr

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energie-engpaesse-trittin-kritisiert-atom-nation-frankreich/6198182.html

Trittin hat seine eigene wahrheit , die wahrheit die in seine Ideologie passt ist ihm am liebsten .
Die Realität hat er längst verloren , er lebt in seiner eigenen grünen Traumwelt wie er sie gern hätte .
Für die deutsche Politik ist er untragbar geworden , man sollte ihn von allen seinen Politischen Ämtern "entbinden "

Werner

13.02.2012, 21:25 Uhr

Ich freue mich immer über solche Diskussionsbeiträge von Atomfans, denn sie zeigen so schön, wie unseriös die letzten verbliebenen Fans der Atomkraft diskutieren.

Wie üblich bei Dinosauriern sind sie nämlich schlecht informiert und hantieren mit veralteten Zahlen. Erstens ist es in einer arbeitsteiligen europäischen Wirtschaft überhaupt nicht wichtig, ob jemand netto ein wenig Strom importiert oder exportiert. Und zweitens war Deutschland natürlich auch 2011 Nettoexporteur von Strom.

"Deutschland blieb aber auch 2011 ein Netto-Exporteur von Elektrizität." Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, 11.01.2012

schwarzerMartin

13.02.2012, 22:19 Uhr

Der BDEW, ist ein privat finzanzierter Verband und keinesfalls unabhängig, wie es seine geschickte Namenswahl vermuten läßt.
Die, staatliche finanzierte, Bundesnetzagentur hat entgegen diesem grünen Verbund eine etwas andere Meinung zur Stromnetzsicherheit :
http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/BNetzA/Presse/Berichtea/2011/FortschreibungMoratoriumsBericht26Mai2011pdf.pdf?__blob=publicationFile

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