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22.11.2012

07:21 Uhr

Energiewende

Altmaier kritisiert Strompreiserhöhungen

Die Strompreise steigen in Deutschland um durchschnittlich zwölf Prozent. Bundesumweltminister Altmaier hält das teilweise für ungerechtfertigt – zumal gesunkene Einkaufspreise nicht weitergereicht würden.

Peter Altmaier rechnet nach und kommt zu dem Schluss: Die Stromversorger erhöhen ihre Preise mehrt als nötig. dapd

Peter Altmaier rechnet nach und kommt zu dem Schluss: Die Stromversorger erhöhen ihre Preise mehrt als nötig.

BerlinBundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat die geplanten Strompreiserhöhungen in Deutschland um durchschnittlich zwölf Prozent als teilweise ungerechtfertigt kritisiert. „Viele Stromversorger liegen mit ihrer Erhöhung deutlich über der Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage“, sagte Altmaier der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind“, betonte der Minister mit Blick auf die Einkaufspreise, die dank mehr Wind- und Solarstrom heute zum Teil deutlich niedriger sind.

Etwa drei Viertel der Stromkunden müssen vom kommenden Jahr an tiefer in die Tasche greifen – rund 600 Versorger wollen die Preise so stark wie nie zuvor erhöhen. Altmaier forderte von den Energieversorgern mehr Transparenz bei der Strompreisbildung. Zudem bekräftigte er sein Vorhaben, die Ökoenergieförderung zu reformieren – die Bürger zahlen die Förderkosten über ihren Strompreis. „Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, dass es in den Folgejahren nicht zu immer weiteren starken Strompreiserhöhungen kommt und müssen uns daher Gedanken machen über ein verlässliches Ausbautempo und eine Degression der Einspeisevergütungen“, sagte Altmaier.

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Es habe beim EEG immer mal wieder punktuelle Veränderungen gegeben. „Wir brauchen aber eine grundlegende Reform, die 10, 15 Jahre lang hält und nicht alle vier Jahre nach Wahlen infrage gestellt wird.“ Deshalb arbeite er gerade an einem Konsens, der auch die Bundesländer mit einbinde, und zwar parteiübergreifend.

Am Mittwochabend hatte Altmaier nach einem Runden Tisch mit Wirtschaft und Verbraucherschützern den Startschuss für ein neues Stromsparportal gegeben. Unter www.die-stromsparinitiative.de können sich Bürger ab sofort über ihren Stromverbrauch, Tipps zum Sparen und den nächsten Energiesparberater in ihrer Nähe informieren.

In den kommenden Wochen sollen in unterschiedlichen Medien Anzeigen geschaltet werden, die mit Slogans wie „Bye-bye zu Stand-By“ oder „Schluss mit den Stromfressern, die sie zum kochen bringen“ für einen bewussteren Umgang mit Energie werben sollen. Altmaier sieht darin einen Beitrag, um die Kosten durch die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien für die Bürger im Rahmen zu halten. Besonders Beratungen für einkommensschwache Haushalte, wo Stromsparhelfer umsonst abschaltbare Stecker oder Energiesparlampen einbauen, sollen bundesweit gestärkt werden.

Von

dpa

Kommentare (18)

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Oekoreligion

22.11.2012, 08:06 Uhr

wo bleibt den Vandale? Ja,ja wir wissen schon Atomstrom ist gut und billig. Ökostrom ist böse.

memphrite

22.11.2012, 08:24 Uhr

Wo Vandale recht hat, hat er nunmal recht.

Und ja ich weiß, der sogenannte Ökostrom ist bzw. wird bald (ganz sicher, nur noch ein bisschen warten) ganz ganz billig werden. Deutschland wird sich vor Aufträgen aus dem Ausland, welche jetzt schon diese großartige Erfolgsgeschichte (am besten sofort) kopieren wollen, kaum retten könnnen. Unsere "Solar- und Wind(subventions)industrie kann sich vor Aufträgen kaum retten.

Gruß

HofmannM

22.11.2012, 09:10 Uhr

So ein Schwachsinn! Die Schuld liegt ganz und allein bei der Politik mit Ihrer diktierten Energiewende!
Die EEG-Zwangsabgabe ist unabhängig vom Kraftwerksstrom zu bezahlen. Diese EEG-Zwangsabgabe haben wir Endverbraucher den Windmühlen-, Sonnenmodul- und Biogasbetreibern zu bezahlen. Diese EE-Betreiber sind die größten Abzocker! Die dürfen auf "Teufel komm raus" Strom erzeugen, denn wir als Endverbraucher, in dem Moment der Erzeugung, nicht benötigen! Somit werden wir abgezockt von diesen EE-Gierhälsen. Wir als Endverbraucher müssen für einen Strom die EEG-Zwangsabgabe bezahlen, der von uns nicht verbraucht wird und ins Ausland verschenkt werden muss bzw. ins Leere läuft! Den Leipziger Strombörsenpreis können Sie in die Tonne tretten. Dieser gaugelt nur einen geringen Preis für eine bestimmte, sehr begrenzte Zeit vor!
Z.b. Wenn im Sommer zwischen 11 und 15 Uhr bei strahlenden Sonnenschein alle Solarmodule "auf Teufel komm raus" ins Netz einspeisen und damit das Stromangebot zum Überlaufen bringt bei gleichzeitigen Nachfragerückgang. Dann ist für 3-4 Stunden an einem wolkenlosen Sommertag der Börsenpreis an der Leipziger Strombörse im Keller! Von diesen niedrigen Preisen hat keiner was, der nicht gerade in diesem Moment viel Strom benötigt. Somit scheidet der normale Endverbraucher aus. Weiterhin kann ich bei einer Kalkulation nicht mit schwankenden Preise einen Strompreis für 1 Jahr im voraus fix kalkulieren. Ich müsste zu jeder Stunde den Preis neu kalkulieren. Und das ist reiner wirtschaflticher Unsinn! Dies kann keine Gesellschaft bezahlen. Wie übrigends auch die ganze Energiewende keine Gesellschaft auf Dauer bezahlen kann!

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