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29.05.2011

15:33 Uhr

Energiewende

BDI warnt vor festem Datum für Atomausstieg

ExklusivBDI-Chef Hans-Peter Keitel fordert eine "Möglichkeit zum Nachjustieren". In einem Brief an Unternehmer und Verbandsvertreter äußert er sich besorgt über einen irreversiblen Schlusspunkt für die Kernenergie.

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), in Hannover. Quelle: dapd

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), in Hannover.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem Atom-Ausstieg mit festem Datum. Die "deutlich erkennbare politische Absicht, in einem beispiellos beschleunigten Verfahren einen finalen und irreversiblen Schlusspunkt für die Nutzung von Kernenergie in diesem Land zu fixieren, erfüllt mich zunehmend mit Sorge", heißt es in einem dem Handelsblatt vorliegenden Brief von BDI-Präsident Hans-Peter Keitel an Unternehmen und Verbandsvertreter.

Es seien Sicherungen auf dem "riskanten Weg in ein anderes Energiezeitalter" erforderlich. Man brauche "Möglichkeit zum Nachjustieren, auch auf der Zeitschiene". Ein Atomausstieg ohne Netz und doppelten Boden sei eine abenteuerliche Vorstellung für ein hoch entwickeltes Industrieland, schreibt Keitel weiter.

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition wird derzeit um die Frage gerungen, ob man ein festes Enddatum festlegen soll oder den Ausstieg lieber zeitlich flexibel gestalten soll. Die Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung, die ihren Abschlussbericht am Montag vorlegt, empfiehlt einen fest definierten Ausstiegstermin. Innerhalb der FDP dagegen gibt es Stimmen, die vor einer Festlegung warnen.

Von

str

Kommentare (1)

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CZuechner

31.05.2011, 08:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Keitel,

es ist immer noch verwunderlich wie die Grossindustrie an einer Technologie festhält, die nicht beherrschbar ist. Endlich hat man sich seitens einer Regierung zu einem klaren Ergebnis durchgerungen und was passiert? Es wird wieder versucht von interessierten Seiten die Entscheidung zu verwässern. Wenn Sie mir die 3 folgenden Fragen zur den Gefahren der Atomkraft klar widerlegen können, wäre ich gewillt Ihnen wirklich zu zu hören:

1.) Wie stellen Sie die langfristige und sichere Entsorgung der atomaren Abfälle sicher? Und hier meine ich wirklich sicher und nicht nur bis zur nächsten oder übernächsten Generation.

2.) Wie kann man die Kernenergie als sichere oder Brückentechnologie bezeichnen nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima? Von den weiteren von hunderten Störfällen kleinere Natur mal abgesehen.

3.) Wie wollen Sie verhindern, daß Staaten wie der Iran oder Nordkorea weiterhin auf die Atomkraft auch als politische Waffe setzen, wenn ein Land wie Deutschland als einer der Technologieführer auf diesem Planeten nicht ein klares Zeichnen setzt.

Als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Hochtief AG sollten Sie an die Innovationskraft Deutschlands und dessen Mittelstand glauben und nicht an alten Zöpfen hängen, die sich definitiv als Irrweg erwiesen haben und die Atomkraft gehört nach allen mir bekannten wissenschaftlichen, politischen und ethischen Bewertungen definitv dazu. Betrachten Sie diesen Ausstieg als Chance in ein neues, innovatives und unabhängiges Deutschland! Wir haben in den letzten 60 Jahren der Welt mehrfach gezeigt, daß wir als Vorreiter immer ans Ziel gekommen sind, wenn wir die Dinge wirklich angepackt haben.

Ihr
Christian Züchner

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