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16.07.2011

12:52 Uhr

Energiewende

Eon-Chef Teyssen warnt vor Stromausfällen

Durch den Atomausstieg sei das Risiko für Stromausfälle größer geworden, warnt Eon-Chef Johannes Teyssen. Die Bundesregierung kommt bei der Suche nach Reserve nur schleppend voran.

Eon-Chef Teyssen warnt vor den Folgen der Energiewende. Quelle: dapd

Eon-Chef Teyssen warnt vor den Folgen der Energiewende.

EssenEon-Vorstandschef Johannes Teyssen rechnet mit weitreichenden Auswirkungen des Atomausstiegs auf Verbraucher und Unternehmen in Deutschland. Stromkunden müssten sich auf höhere Preise einstellen, sagte Teyssen den Zeitungen der Essener „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Er erwarte, „dass angesichts höherer Großhandelspreise relativ viele Unternehmen unter Druck stehen werden, ihre Tarife für Endkunden anzuheben“. 

Zudem sei das Risiko für Stromausfälle durch die Abschaltung der Kernkraftwerke größer geworden, sagte der Eon-Chef weiter. „Ich denke an kalte Wintertage, an denen es windstill und stark bewölkt ist. Dann könnten im Stromnetz Reservekapazitäten fehlen, die in der Vergangenheit unter anderem durch Kernkraftwerke zur Verfügung standen.“ Das Problem betreffe insbesondere den Süden Deutschlands. 

Die Bundesregierung kommt unterdessen bei ihrer Suche nach Reservekapazitäten zum Ersatz für stillgelegte Atomkraftwerke offenbar nur schleppend voran. Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ haben die Stromversorger bislang zu geringe Reserven gemeldet, um Engpässe im Winter zu überbrücken. Die Grünen fordern derweil den Einsatz von stillstehenden Biosprit-Anlagen.

Mögliche Engpässe im Winter

Durch den beschlossenen Atomausstieg sind acht abgeschaltete Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gegangen. Deshalb wird nun nach Reserven gesucht, um mögliche Stromengpässe im Winter auszugleichen. Der „Wirtschaftswoche“ zufolge haben die Versorger dem Wirtschaftsministerium nur Anlagen mit einer Gesamtleistung von 500 Megawatt gemeldet, die sich als Reserven bis zum Herbst mobilisieren ließen. Auch das würde wegen fehlender Betriebsmannschaften und notwendiger Investitionen nicht einfach. Weitere Anlagen seien nicht rentabel zu betreiben oder bereits stillgelegt. Die meisten der stillstehenden Stromfabriken ließen sich der Zeitschrift zufolge nur mit Vorlaufzeiten zwischen einem und drei Jahren aktivieren. Dann wäre aber der erwartete Engpass von 1.000 Megawatt schon vorüber.

Im Gespräch ist daher, eines der abgeschalteten Atomkraftwerke als „Kaltreserve“ vorzuhalten, vorzugsweise in Süddeutschland. Die Bundesnetzagentur hatte am Mittwoch betont, dass darüber noch keine Entscheidung getroffen sei. Die Bundesregierung verwies darauf, das die Bundesnetzagentur ein Gutachten in Auftrag gegeben habe, auf Basis dessen entschieden werden solle.

Die Grünen wollen nun stillstehende Biosprit-Anlagen reaktivieren. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, teilte das Bundesumweltministerium der Grünen-Fraktion auf deren Anfrage mit, dass derzeit bundesweit Hunderte Blockheizkraftwerke stillstehen. Insgesamt könnten sie bis zu 300 Megawatt Strom erzeugen, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Das würde einem knappen Drittel der Kapazität eines Atomkraftwerks entsprechen. Grund für den Stillstand der Biospritanlagen ist laut den Grünen, dass Pflanzenöl derzeit zu teuer sei und sich der Bio-Betrieb nicht rentiere. Die Grünen fordern daher eine Gesetzesänderung, die es bei Engpässen am Strommarkt erlaubt, Biomasse-Anlagen zeitweise wie reguläre Blockheizkraftwerke mit Diesel oder Erdgas zu betreiben.

Kommentare (2)

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16.07.2011, 20:25 Uhr

Die Bundesnetzagentur ist Parteilich und deswegen wird sie das Thema nie Objektiv beurteilen können , der Verdacht ein Gefälligkeitsgutachten bestellt zu haben liegt nahe !

Account gelöscht!

16.07.2011, 20:39 Uhr

Wir sehen das weder die SPD noch die grünen den Sachverstand haben den ernst der Lage abschätzen zu können .
B.Höhn: - > es wird keine Preiserhöhungen geben , nun schließt auch sie sie nicht mehr aus .
Gabriel: - > Deutschland hat genug Strom , auch wenn alle AKW s abgeschaltet werden .
Wir hatte beim ZDF vergangene Wochen einen Totalausfall , in Hannover einen Großflächigen ! Und das im Sommer !!!
Erst hörten wir diesen Satz von RWE heute von EON .
Wir werden uns auf einen langen , kalten und dunklen Winter
einstellen müssen !!!
Das wissen nun auch die Damen und Herren von rot/grün.

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