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29.05.2011

13:26 Uhr

Energiewende

Ethikkommission will Ausstieg in spätestens zehn Jahren

VonKlaus Stratmann

Die Ethikkommission hält den Atomausstieg in spätestens zehn Jahren für möglich. In der Koalition stößt das Votum auf wenig Gegenliebe: Sie muss heute Abend über die Energiewende entscheiden - und wer sie bezahlen soll.

Zehntausende fordern Atomausstieg

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BerlinDie von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzte "Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung" spricht sich für ein rasches Ende der Kernenergie-Nutzung in Deutschland aus. Die Kommission sei "der festen Überzeugung, dass der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie innerhalb eines Jahrzehnts" abgeschlossen werden könne, heißt es im Abschlussbericht der Kommission, der dem Handelsblatt vorliegt. Die 17 Mitglieder der Kommission übergeben ihren Bericht am Montag der Kanzlerin.

Doch die Kommission geht noch weiter. Denn die im Zuge des Atom-Moratoriums vorübergehend abgeschalteten Meiler sowie das Kernkraftwerk Krümmel sollen ganz abgeschaltet werden. "Die einstweilige Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke und des Atomkraftwerks Krümmel zeigt, dass ihre 8,5 Gigawatt Leistung durch eine risikoärmere Energieversorgung ersetzt werden kann", heißt es im Bericht. Die Anlagen sollten daher "dauerhaft vom Netz genommen werden". Die Strombedarfsspitzen im Sommer und Winter müssten "durch andere Kapazitäten abgesichert werden".

Heute Abend ab18 Uhr will die Koalition im Kanzleramt über einen Ausstieg aus der Atomenergie beraten. Vor den Gesprächen gibt es in der Union unterschiedliche Positionen zum Ausstiegsdatum. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sprach sich für einen Ausstieg binnen zehn Jahren aus. "Ich werde das Ergebnis der Ethikkommission zur Grundlage der Beratungen im Koalitionsausschuss machen", sagte der bayerische Ministerpräsident der Zeitung "Bild am Sonntag". Führende CDU-Politiker wandten sich jedoch gegen einen "Wettlauf" um das schnellste Datum für den Ausstieg.

In welcher Reihenfolge die verbleibenden neun Meiler vom Netz genommen werden, solle sich laut Ethikkommission "nach ihrem verbleibenden Risiko und ihrer Bedeutung im regionalen Stromnetz richten, es sei denn, dass durch vertiefende Analysen zur Reaktorsicherheit andere oder weitere Risiken der Atomkraftwerke nachgewiesen werden", heißt es in dem 49 Seiten umfassenden Bericht weiter.

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