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23.08.2011

16:19 Uhr

Energiewende

Gebäudesanierung kommt nicht voran

Die energiesparende Sanierung alter Gebäude ist Baustein der beschlossenen Energiewende. Dennoch ging 2011 die Zahl entsprechender Umbauten zurück. Ein Grund dafür sei das zu geringe Förderprogramm.

Zum Paket der Energiewende gehört auch die energiesparende Gebäudesanierung. Die Regierung droht ihr Ziel, dass jährlich zwei Prozent der älteren Gebäude saniert werden, zu verfehlen. dpa

Zum Paket der Energiewende gehört auch die energiesparende Gebäudesanierung. Die Regierung droht ihr Ziel, dass jährlich zwei Prozent der älteren Gebäude saniert werden, zu verfehlen.

BerlinAngesichts unklarer Rahmenbedingungen kommt die energiesparende Sanierung alter Gebäude nicht voran. Sie ist aber ein Baustein für die beschlossene Energiewende in Deutschland. Nach Schätzungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind die energetischen Sanierungen 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund die Hälfte zurückgegangen. Ein Grund dafür sei das zu geringe Förderprogramm, teilte die halbstaatliche dena am Dienstag in Berlin mit. 2011 stehen unter anderem für zinsgünstige Kredite bis zu 936 Millionen Euro zur Verfügung - deutlich weniger als in Vorjahren. 

Damit droht die Regierung ihr Ziel, dass jährlich zwei Prozent der älteren Gebäude saniert werden, zu verfehlen. Bis zu 40 Prozent der Energie wird in Gebäuden verbraucht. Daher sind Maßnahmen wie eine bessere Dämmung und ein Austausch zugiger Fenster wichtig, um die Energiewende und den Atomausstieg bis 2022 auch mit Hilfe einer Senkung des Verbrauchs zu schaffen. 

Nach einem Veto des Bundesrats war im Juli eine steuerliche Absetzbarkeit von zehn Prozent der Sanierungskosten für das Dämmen und den Austausch alter Fenster gescheitert. „Die Zahlen, die uns zur Entwicklung des Sanierungsmarktes vorliegen, sprechen eine deutliche Sprache. Die Hausbesitzer sind extrem verunsichert und nehmen energetische Sanierungen immer weniger in Angriff“, sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. 

Er forderte die Regierung auf, den Vermittlungsausschuss anzurufen, um mit den Ländern doch noch eine Einigung über die steuerlichen Anreize zu finden. Zudem müsse die Regierung die Förderprogramme mit fünf Milliarden Euro jährlich ausstatten. 

Um die Sanierungsquote von jährlich zwei Prozent zu erreichen, wollen Union und FDP von 2011 an 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Zusätzlich wollte Schwarz-Gelb die steuerlichen Anreize für die Sanierung von vor 1995 gebauten Gebäuden durchsetzen. Doch die Länder lehnen dies ab, weil sie zusammen mit den Kommunen 900 Millionen Euro der Mehrkosten tragen sollten. „Es ist für uns völlig unverständlich, warum sich die Bundesländer gegen den Steueranreiz sperren. Dieses Instrument wäre eine bundesweite und flächendeckende Wirtschaftsförderung, da insbesondere der Mittelstand und das Handwerk davon profitieren“, sagte Kohler.

Von

dpa

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