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26.08.2012

10:52 Uhr

Energiewende

Gegenwind für Altmaier aus den eigenen Reihen

Widerstand aus dem Norden für Bundesumweltminister Altmaier. Der Kieler Landeschef de Jager wirft ihm vor, den Ausbau der Windenergie auszubremsen. Die Deutsche Energie-Agentur sieht hingegen keine Alternative.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). dpa

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU).

BerlinDie von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) geplante Drosselung des Windenergie-Ausbaus sorgt für Streit in der CDU. „Wir müssen davon wegkommen, ständig erst auf das Gaspedal und dann wieder auf die Bremse zu treten“, sagte Schleswig-Holsteins CDU-Chef Jost de Jager der Nachrichtenagentur dpa. „Damit die Energiewende gelingt, braucht es ausreichend erneuerbaren Strom. Da macht es überhaupt keinen Sinn, wenn der Bundesumweltminister den Windkraftausbau jetzt stoppen will“, kritisierte de Jager.

Allerdings warnte auch die Deutsche Energie-Agentur (dena), die Länderziele seien viel zu hoch. Schon jetzt müssen mangels Netzen Windparks abgeregelt werden - und bei den Windparks in Nord- und Ostsee gibt es jahrelange Verzögerungen, weil die Anschlüsse fehlen.

„Die nicht eingespeiste Kilowattstunde wird ja auch vergütet. Das muss man mal der Bevölkerung erklären, dass sie auch dafür bezahlt, wenn der Strom gar nicht erzeugt wird“, sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Derzeit müssten etwa 130 Gigawattstunden Windstrom pro Jahr abgeregelt und trotzdem vergütet werden.

Die Länderpläne würden auf eine Ökoenergie-Leistung von 147 000 Megawatt bis zum Jahr 2022 hinauslaufen. Allein beim Wind gibt es an Land und auf See Pläne für 87 400 Megawatt - das wären 60 Prozent mehr, als die Regierung für notwendig hält. Der Ökostromanteil läge bei Umsetzung der Pläne bis 2020 bundesweit bei rund 50 Prozent - die Regierung strebt aber nur 35 Prozent an. Der Nebeneffekt wäre, dass die Kosten für die Bürger massiv steigen würden. Sie müssen die auf 20 Jahre garantierte Förderung über den Strompreis bezahlen.

In seinem kürzlich vorgelegten 10-Punkte-Plan warnt Altmaier vor Überkapazitäten bei der Windenergie und einem zu starken Ausbau. Auch auf seiner Sommerreise warnte er vor zu vielen Windrädern und einem Wettrennen zwischen Norden und Süden. Er will einen Konsens, wie viel erneuerbare Energie in welchen Bundesländern produziert werden kann. Derzeit bestehe die Sorge, „dass beim Ausbau der Windenergie zu hohe Ausbauraten erreicht werden, die dann die Akzeptanz der Energieart insgesamt gefährden“, betonte der Bundesumweltminister.

Kommentare (5)

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WFriedrich

26.08.2012, 12:29 Uhr

Zitat: "Derzeit müssten etwa 130 Gigawattstunden Windstrom pro Jahr abgeregelt und trotzdem vergütet werden. Das muss man mal der Bevölkerung erklären, dass sie auch dafür bezahlt, wenn der Strom gar nicht erzeugt wird“

Wieso fällt dieses Erklären so schwer? Man muss den verblüfften Bürgern lediglich offenbaren, dass dieser Sachverhalt das aktuelle politische Verständnis von Marktwirtschaft realisiert.

Mazi

26.08.2012, 12:55 Uhr

Altmaterial braucht keinen Gegenind , er fällt schon über die eigenen Beine.

Was hat er eigentlich anders gemacht als Röttgen? Man könnte auch fragen was er überhaupt gemacht hat? Ging es Mekel mal wieder um einen Versorgungsposen? Eine so zentrale Frge, der Energiewende, mit so einem Laien zu besetzen, dazu gehörte schon Mut. Oder war genau das der Plan von Merkel?

Es ist 5 nach 12 und es ist bei weitem genug was die Fau angerichtet hat.

Tabu

26.08.2012, 13:28 Uhr

Bezahlte Luftzüge kursierten mal als Witz..
Da wünscht man sich ja schon fast Windstille,wenn 130 Gigawatt sinnlos verpuffen und dennoch bezahlt werden müssen..wegatmen kann man die ja nicht..
Was so alles in Rechnung gestellt wird,ist wirklich
an Komik nicht zu übertreffen..


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