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07.08.2012

13:16 Uhr

Energiewende

„Ich sehe ein Gerechtigkeitsproblem“

VonKlaus Stratmann

ExklusivWährend Großverbraucher von Ausnahmeregelungen profitieren, treffen die steigende Strompreise vor allem die Mittelschicht und den Mittelstand. Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale fordert eine Entlastung.

Holger Krawinkel.

Holger Krawinkel.

Handelsblatt: Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien wird im kommenden Jahr noch einmal stark steigen. Ist das den Verbrauchern noch zuzumuten?
Holger Krawinkel: Eindeutig nein. Schon jetzt ist die Schmerzgrenze überschritten. Die Umlage beläuft sich aktuell auf 3,59 Cent je Kilowattstunde. Die Kanzlerin hatte im vergangenen Jahr zugesagt, der Wert von 3,5 Cent werde nicht überschritten. Diese Zusage ist somit bereits gebrochen. Vieles deutet darauf hin, dass im nächsten Jahr die Grenze von fünf Cent überschritten wird. Das ist dann absolut unzumutbar. Die Politik muss kurzfristig Lösungen anbieten, die den Verbrauchern eine spürbare Entlastung bringen.

Wer ist besonders betroffen?
Sozial Schwache, die Transferleistungen erhalten, sind nicht stark betroffen, weil die Transferleistungen regelmäßig angepasst werden. Die Lasten werden auf die Mittelschicht abgewälzt, in der Wirtschaft auf den Mittelstand, der nicht von Ausnahmeregelungen profitiert.

Was schlagen Sie vor?
Es gibt zwei Modelle, die sich schnell umsetzen ließen. Die Bundesregierung könnte die Stromsteuer streichen. Sie beträgt zwei Cent je Kilowattstunde. Die Entlastung würde sich auf etwa sieben Milliarden Euro summieren. Die andere Möglichkeit besteht darin, auf Strom den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent statt den vollen Satz von 19 Prozent zu erheben.

Müsste man nicht die Ursache bekämpfen und die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien verringern?
Das ist nicht möglich. Jeder Betreiber eines Windrades oder einer Photovoltaikanlage bekommt feste Vergütungen für 20 Jahre zugesichert. Das lässt sich nicht einfach zurückdrehen. Daher muss die Belastung für die Verbraucher an anderer Stelle kompensiert werden.

Kommentare (10)

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Klimaterror

07.08.2012, 14:50 Uhr

Sackgasse Energiewende. Nur kranke Hirne können so einen Unfug beschliessen. Aus preiswertem sicherem Strom der bedarfsorientiert zur Verfügung steht ist man in Zufallstrom umgestiegen, der die Natur zerstört und auch die Geldbeutel der Normalbürger. Die Industrie wird herausgehalten weil die sonst abwandern.
Es ist für mich ein Skandal warum wir doppelt bis dreifach soviel zahlen wie unsere Nachbarn mit steigender Tendenz. Die Klimalüge ist aufgedeckt, Fuku war kein GAU.
Alles wird gemacht um den Bürger auszusaugen.
Warum machen wir das noch mit und wie lange?

Logos21

07.08.2012, 15:24 Uhr

der gute Herr Krawinkel hat noch nicht verstand dass Gerechtigkeit nicht im Plan steht.
Das ist alles so beabsichtigt.
Es wird intensiv daran gearbeitet den Mittelstand zu enteignen
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/06/kpmg-warnt-fiskus-will-steuervorteile-bei-erbfolge-vorzeitig-kappen/#comment-24512

Gute Nacht Deutschland !

EEG_bleibt_Kostentreiber

07.08.2012, 16:41 Uhr

Herr Krawinkel hat ja tolle Ideen. Er ist Realist, deshalb glaubt er nicht daran, dass man das EnWG reformieren kann. Aber er hat einen tollen realistischen Vorschlag, der Staat soll einfach auf 7 Mrd. Euro Steuern verzichten. Wie naiv ist er denn nur?

Fakt ist, dass alle Erneuerbare Energien wollen, dann müssen sie auch dafür bezahlen. Das die EEG-Umlage steigen wird, ist kein Geheimnis. Dafür benötigt man nicht einmal einen Taschenrechner. Die Umlage wird auch weiter steigen, solange der EEG-Strom sich nicht dem Wettbewerb stellen muss und übersubventioniert wird.

Wer sich eine PV-Anlage auf den Dach packt, soll einmalig einen kleinen Zuschuss erhalten und dann den Strom selber verbrauchen. Solarparks müssen sich dem Wettbewerb stellen, so wie es schon z.T. bei der Onshore-Windkraft ist.

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