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27.08.2012

17:00 Uhr

Energiewende

Kartellamt warnt vor Kostenexplosion

VonKlaus Stratmann

ExklusivDie Strompreise steigen und steigen. Jetzt warnt das Kartellamt, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten. Die Förderung regenerativer Energien laufe aus dem Ruder.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. dapd

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts.

BonnDas Bundeskartellamt beobachtet die Entwicklung der Strompreise mit Sorge. „Die Politik muss darauf achten, dass ihr die Kosten der Energiewende nicht aus dem Ruder laufen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt im Interview dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). Insbesondere bei der Förderung der erneuerbaren Energien sei „eine deutliche Schieflage entstanden“, sagte Mundt. Die Preisentwicklung infolge der Energiewende steht auch beim heutigen Treffen von Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Gewerkschaften im Kanzleramt auf der Tagesordnung.

Forderungen nach Entlastung der Verbraucher durch eine Streichung der Stromsteuer oder eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Strom erteilte der Kartellamtspräsident eine Absage. „Das wäre ein Schnellschuss“, sagte er. „Damit würde man nur an einem Symptom herumdoktern, wir müssen aber dort ansetzen, wo das Fieber entsteht“, sagte Mundt mit Blick auf die stark steigenden Kosten für die erneuerbaren Energien.

Die Förderung der Erneuerbaren habe mittlerweile „jedes vernünftige Maß gesprengt“. Mundt plädiert für eine Umkehr bei der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): „Was wir brauchen, ist ein Systemwechsel. Weg von der Festvergütung mit Abnahmegarantie, hin zu einem wettbewerblich orientierten Fördersystem.“

Mundt betrachtet die Ausnahmen für die Industrie bei EEG-Umlage, Stromsteuer und Netzentgelten kritisch. „Die Politik beschreitet da einen ordnungspolitisch schwierigen Weg. Viele mittelständische Unternehmen, die nicht von diesen Entlastungen profitieren, zahlen dafür umso mehr“, kritisiert der Kartellamtspräsident. Auch die von der Bundesregierung geplanten Privilegien für die Betreiber von Offshore-Windparks und für Übertragungsnetzbetreiber bewertet Mundt zurückhaltend: „Die Lösung, die angestrebt wird, hat einen bitteren Beigeschmack. Gewinne werden individualisiert, Risiken sozialisiert.“

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Das Bundeskabinett will am Mittwoch einen Regelung beschließen, die die Haftung zwischen Netzbetreibern und Offshore-Windpark-Betreibern im Fall verzögerter oder gestörter Netzanbindung klärt. Ein großer Teil des Risikos soll den Unternehmen abgenommen werden und auf die Stromverbraucher umgelegt werden, auf die eine neue Umlage zukommt.

Kommentare (15)

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mirstehtdasWasseranUnterlippe

27.08.2012, 17:16 Uhr

immer drauf auf den Michel... Er schnappt bereits nach Luft wie ein Fisch an Land. Benzinpreise, Strompreise, Eurorettung, bald wird der Michel begraben sein.

vandale

27.08.2012, 17:53 Uhr

Die Subventionierung "Erneuerbarer Energien" in Deutschland ähnelt in Hinsicht auf die Kostenexplosion einem Kettenbriefsystem. Die Subventionen für den wertlosen Zufallsstrom werden nicht einmalig und heute gewährt, sondern wie es Politiker lieben über 20 Jahre hinweg in die Zukunft verteilt. Trotz enormer Zubauten blieb die EEG Umlage anfangs erträglich. Allerdings kommt jedes Jahr durch die Installation neuer Anlagen etwas hinzu. Die Installationen für "Erneuerbare Energien" steigen. Somit ähnelt das einem Kettenbriefsystem das früher, oder später unbezahlbar wird.

Erläuterungen: In der EEG Umlage wird nur ein Teil der Kosten "Erneuerbarer Energien"abgebildet. Die Kosten des Netzausbaus und die Kosten der Schattenkraftwerke werden dort nicht abgebildet. Genannt wird in den Medien lediglich der Nettopreis ohne Steuern, Margen, Vertriebskosten MwSt. Der Kostenanteil "Erneuerbarer Energien" beträgt aktuell für den Verbraucher ca. 10c/kWh.

Die Einspeisung des umweltschädlichen Oekostroms erfolgt entsprechend den Launen des Wetters. In einem bedarfsgesteuertem Netz in das zu jedem Augenblick soviel Strom eingespeist wird wie verbraucht ist dieser Strom ziemlich wertlos. Ein Bekannter aus dem Netzberich sieht den Wert insgesamt eher negativ.

Vandale

Bengel01

27.08.2012, 18:08 Uhr

Was Sie schreiben, leuchtet ein. Das Problem aber ist, dass in diesem unseren Lande nur noch willkürliche, aber angeblich alternativlose Politik ohne den erforderlichen Sachverstand, ohne Weitsicht und ohne Ehrlichkeit gemacht wird. Dieser schmierige sozialistische Einheitsbrei zieht sich durch nahezu alle Politikfelder und wird uns von einer ehemalige FDJ-Vorsitzenden mit Ihren Helfers-Helfern serviert. Zum Kotzen eben.

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