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28.06.2013

17:56 Uhr

Energiewende

Netzagentur besorgt um Stromversorgung im Süden

Im Süden Deutschlands könnte es ab 2020 Stromengpässe geben. Das befürchtet die Bundesnetzagentur. Sie fordert deshalb einen zügigen Umbau der Stromnetze.

Die Bundesnetzagentur fürchtet um die Stromversorgung im Süden in der Zukunft. dpa

Die Bundesnetzagentur fürchtet um die Stromversorgung im Süden in der Zukunft.

BonnDie Bundesnetzagentur warnt für die kommenden Jahre vor Engpässen in der Stromversorgung in Deutschlands Süden. Zwar sei die Situation der Erzeugungskapazitäten bundesweit bis 2020 „noch erträglich“, heißt es im am Freitag veröffentlichten Bericht der Bonner Regulierungsbehörde zur Versorgung Deutschlands mit Strom und Gas im vergangenen Winter. Jedoch gebe die regionale Verteilung von Erzeugungskapazitäten „großen Anlass zur Sorge“. Deswegen müsse reagiert werden und „insbesondere auf die Situation in Süddeutschland“ eingegangen werden.

Hintergrund der Kritik der Netzagentur ist, dass die Regulierungsbehörde für die kommenden Jahre einen deutlichen Rückgang an Stromerzeugungskapazitäten durch herkömmliche Kraftwerke prognostiziert. Diese Kraftwerke werden jedoch nach heutigem Stand der Technik noch gebraucht, um die Stromversorgung zu stabilisieren. Die Stromerzeugung mit Wind und Sonne ist stark vom Wetter abhängig und schwankt in ihrem Volumen. Bei Erzeugungsspitzen sind für erneuerbare Energie heute kaum nennenswerte Speichermöglichkeiten für einen späteren Verbrauch vorhanden.

Im vergangenen Winter sei die Stabilität des deutschen Stromnetzes im Zuge der Energiewende deutlich weniger bedroht gewesen als im Jahr zuvor, erklärte Netzagentur-Präsident Jochen Homann. An einigen Tagen sei es zu „Belastungssituationen“ gekommen, als besonders viel Strom produziert wurde. Ein Beispiel sei Heiligabend 2012 gewesen, als es kurzfristig besonders starken Wind gegeben habe und Windkraftanlagen entsprechend viel Energie erzeugt hätten. Wegen solch kritischer Situationen sei es weiter wichtig, dass die Stromnetze zügig umgebaut würden, forderte der Netzagentur-Chef.

Von

afp

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