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31.10.2013

17:15 Uhr

Energiewende

Netzagentur lehnt Kapazitätsprämien für fossile Kraftwerke ab

ExklusivKeine neuen Subventionen für fossile Kraftwerke fordert die Bundesnetzagentur. Der Chef der Behörde, Jochen Homann, steht dem derzeit diskutierten Modell für Kapazitätsmärkte „sehr skeptisch gegenüber“.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann: „Keine neue Subvention für fossile Kraftwerke“. dpa

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann: „Keine neue Subvention für fossile Kraftwerke“.

BerlinDie Bundesnetzagentur lehnt Kapazitätsprämien für fossile Kraftwerke ab. „Ich warne vor Lösungen, mit denen neue Subventionen geschaffen werden“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, dem Handelsblatt. Den derzeit diskutierten Modellen für Kapazitätsmärkte stehe er daher „sehr skeptisch gegenüber“, sagte der Behördenchef.

Nach Überzeugung Homanns ist auch ohne Kapazitätszahlungen die Versorgungssicherheit gewährleistet. „Wenn man den deutschen Kraftwerkspark betrachtet, kommt man zu dem Ergebnis, dass es aktuell insgesamt ausreichende Erzeugungskapazitäten gibt. Lediglich die regionale Verteilung ist ein Problem“, sagte Homann. Im Süden und Südwesten seien die Erzeugungskapazitäten knapp, im Norden dagegen mehr als reichlich. „Wir reden also nicht über ein Kapazitätsproblem, sondern über ein Verteilungsproblem. Und dieses Problem lösen wir durch den Ausbau der Netze“, sagte Homann.

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Ab einem Anteil von 35 Prozent soll die Subvention von erneuerbaren Energien eingestellt werden. Das will die CDU in den Verhandlungen mit der SPD fordern. Umweltminister Altmaier drängt auf ein reformiertes EEG ab 2015.

Der Präsident der Netzagentur plädierte für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Neue EEG-Anlagen müssen ihren Strom künftig verpflichtend direkt vermarkten. Dazu bekommen sie eine nach Erzeugungsarten differenzierte gleitende Marktprämie“, skizzierte Homann seine Vorstellungen. Außerdem müssten die Bundesländer ihre Ausbauziele besser untereinander abstimmen. „Es kann nicht sein, dass der Norden massiv auf den Ausbau der Windkraft setzt, um den produzierten Strom in andere Bundesländer exportieren zu können, während der Süden gleichzeitig so viel Strom wie möglich selbst erzeugen möchte. Das passt nicht zusammen“, sagte Homann.

Von

str

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

31.10.2013, 17:40 Uhr

Na ja, wenn das so ist, können die EVU ja ruhigen Gewissens ihre Verlustbringer aufgeben und verschrotten. Wenn dann die Lichter ausgehen, haben sie ja einen Sündenbock in der Netzagentur.

Kritiker

31.10.2013, 18:25 Uhr

Dann sind natürlich auch die Arbeitsplätze der Industrie und der Zulieferer im Ausland. Wer soll eigentlich dann die teure Energiewende noch bezahlen?

Eugen

31.10.2013, 18:26 Uhr

Solange die EVU´s kräftig Strom ins Ausland exportieren, sich dort übrigens auch an Kraftwerken beteiligen, werden die Lichter bestimmt nicht ausgehen. In Europa gibt es Überschuß an Strom. Jetzt wird natürlich wieder der große Blackout beschworen. Schließlich finden gerade Koalitionsgespräche statt. Frau Kohle-Kraft hat die Sprüchlein der RWE schön auswendig gelernt und trägt sie brav dort vor. Kommt die Kapazitätsprämie werden Steuerzahler und Stromverbraucher für lange Jahre mit Milliarden abgezockt. Auch für den Klimawandel wäre das schlimm. RWE, EnBW, EON und Vattenfall werden aber die Champagnerkorken knallen lassen und auf die Dummheit unserer Politiker anstoßen.

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