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29.08.2011

19:31 Uhr

Energiewende

Netzagentur verzichtet auf AKW-Kaltreserve

Bislang hat die Bundesnetzagentur keinen Betreiber aufgefordert, ein Kernkraftwerk wiederanzufahren. Das ist ein deutlicher Hinweis, dass die kein AKW als Kaltreserve in Betrieb bleibt.

Das Atomkraftwerk Neckarwestheim. dapd

Das Atomkraftwerk Neckarwestheim.

Düsseldorf/StuttgartDie Bundesnetzagentur wird voraussichtlich auf den Reservebetrieb eines abgeschalteten Atomkraftwerks verzichten. Bei den AKW-Betreibern E.ON, RWE und EnBW lagen am Montag keine Aufforderungen der Behörde für ein Wiederanfahren vor. „Ich glaube nicht, dass sich die Netzagentur für ein Kernkraftwerk als Kaltreserve entscheidet“, sagte ein EnBW-Sprecher.

Die in Frage kommenden Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Bayern hatten bereits zuvor deutlich gemacht, dass sie ein Reserve-AKW ablehnen. Die Netzagentur will am Mittwoch mitteilen, ob einer der acht stillgelegten Meiler zur Sicherung der Stromversorgung insbesondere in Süddeutschland in Betrieb gehalten wird.

Die Bonner Behörde wollte sich am Montag nicht zu der bevorstehenden Entscheidung äußern. Diese liegt laut Gesetz bei ihr, die Netzagentur steht aber unter politischem Druck. Eine Wiederinbetriebnahme eines der nach der Atomwende der Bundesregierung abgeschalteten Meiler dürfte für starke politische Proteste sorgen, die die Regierung mit ihrem Ausstiegsbeschluss gerade hinter sich lassen wollte.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hatte in den vergangenen Wochen Druck auf die Bundesländer ausgeübt, ausreichende Ersatzkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Am Freitag hatte Baden-Württemberg vorgeschlagen, durch eine Wiederinbetriebnahme des 45 Jahre alten Blocks 3 des Steinkohlekraftwerks Mannheim eine drohende Stromlücke zu schließen.

Mit der Erklärung der Landesregierung habe sich das Thema wohl erledigt, sagte ein Sprecher des Karlsruher Versorgers EnBW. „Wir haben nie damit gerechnet, dass eine Anlage von uns dafür in Betracht kommt.“ Ein E.ON-Sprecher verwies erneut darauf, dass es keine konkrete Aufforderung der Netzagentur nach einem Einsatz des abgeschalteten Atomkraftwerks Isar 1 als sogenannte Kaltreserve gebe. „Wir haben Gespräche mit der Bundesnetzagentur geführt, kennen aber bislang keine Ergebnisse“, sagte eine Sprecherin von RWE Power.

Nach der politisch erzwungenen Abschaltung von acht der 17 Atomkraftwerke muss bis zum 1. September entschieden werden, welche Kraftwerke in Reserve gehalten werden müssen. Die Netzagentur und die AKW-Betreiber hatten davor gewarnt, dass es nach der Zwangsabschaltung der Atommeiler insbesondere in Süddeutschland zu Engpässen in der Stromversorgung kommen könnte, da dort der Strombedarf durch die boomende Wirtschaft besonders hoch ist.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Trittin

29.08.2011, 20:17 Uhr

Die Bundesnetzagentur hat behauptet wir brauchen keine Strom Importe aus dem Ausland .

Die Bundesnetzagentur hat behauptet Strom wird nicht teurer .

Die Bundesnetzagentur hat behauptet die EE schaffen Arbeitsplätze .

Die Bundesnetzagentur hat behauptet sie wär Kompetent .

harmolin@web.de

30.08.2011, 17:48 Uhr

Wer sich für Reaktivierung von Urankraftwerken stark macht, hat sicher ein Rezept für die Atommüll-Entsorgung anzubieten, z.B. in seinem Keller oder Garten Bedarf für strahlende Wärme für die nächsten Jahrhunderttausende...

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