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25.02.2013

12:40 Uhr

Energiewende

Schwarz-grünes Doppel kämpft gegen den Sturm

Verfechter der Energiewende haben es im Moment schwer. Die Kosten!, wird ständig moniert, die langfristigen Vorteile fallen unter den Tisch. Zwei Politiker sind besonders schlecht auf Umweltminister Altmaier zu sprechen.

Windräder in Schleswig-Holstein: Kritiker der Energiewende haben momentan Auftrieb. dpa

Windräder in Schleswig-Holstein: Kritiker der Energiewende haben momentan Auftrieb.

BerlinHans-Josef Fell arbeitet sich gerade durch einen 579 Seiten dicken Gesetzentwurf zur EU-weiten Regulierung des grauen Kapitalmarktes. Verbirgt sich darin ein versteckter Angriff auf deutsche Energiegenossenschaften? Drohen ihnen mehr Regulierung und damit hohe Zusatzkosten, die es für Gemeinden unrentabel machen würde, gemeinsam einen Windpark zu betreiben? Der Grünen-Politiker, der das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu rot-grünen Zeiten mitentwickelt hatte, wittert in diesen Tagen überall neue Fallen.

Der grüne Fraktionssprecher für Energiepolitik macht am Schreibtisch seines Bundestagsbüros im Jakob-Kaiser-Haus aus seinem Ärger keinen Hehl. Er blickt sorgenvoll – und warnt vor einer Neiddebatte. Es ist seine subjektive Sicht der Dinge. Dass die hohen Strompreise ein Problem für immer mehr Bürger sein könnten – dieser Frage weicht er etwas aus. Fell sorgt es besonders, dass die Energiewende zunehmend als großes Umverteilungsprojekt von unten nach oben gebrandmarkt werde und sich alles nur noch um die Strompreise drehe. „In Tschechien gibt es das auch, dort wurden schon Leute mit Photovoltaik-Anlagen beschimpft und sogar tätlich angegriffen.“

Er betont, dass viele Anlagen von normalen Bürgern, oft eben in Genossenschaften, betrieben werden. „Es ist das Ziel, das Projekt zu torpedieren“, sagt er. Sechs Prozentpunkte mehr Ökostrom bedeute sechs Prozentpunkte weniger Erzeugung für die alten Energiekonzerne – und weniger Stromkunden, da es immer mehr energieautarke Gemeinden gebe. Die Regierung sieht er als Anwalt der großen Energiekonzerne. „Es gibt zu wenige, die das Projekt derzeit verteidigen“, meint er.

Ausgerechnet zusammen mit einem CSU-Politiker bildet der Grüne so etwas wie die inoffizielle Spitze des Clubs der Energiewende-Freunde im Bundestag. Sein bayerischer Kollege, der gelernte Förster Josef Göppel, war in der Unionsfraktion schon 2010 einer der wenigen, die die damalige Verlängerung der Atomlaufzeiten nicht mittrugen. Der Unions-Obmann im Umweltausschuss hat zusammen mit Fell jüngst einen Kongress zur Stärkung der Energiegenossenschaften organisiert, er sieht die Umsteuerung auf erneuerbare Energien schon aus ethischen Gründen geboten: um der Nachwelt ein halbwegs intaktes Klima und eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

Kommentare (26)

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vandale

25.02.2013, 13:40 Uhr

Die Zahl von 1 Billionen € Kosten für die "Energiewende" bis 2040 ist natürlich plakativ, aber auch unrealistisch niedrig.
2012 betrugen die EEG Vergütungen ca. 20 Mrd. € zzgl. Netzausbaukosten, andere Subventionen wie 1% KfW Darlehen, insgesamt ca. 25 Mrd. €.
Der Zubau an Solarkapazitäten ist ungebremst, der Zubau von Windmühlen durch Repowering wird extra subventioniert. Zusätzlich wünscht sich die Regierung einige zig-1000 MW Meereswindmühlen mit besonders hohen Subventionssätzen. Gem. eines Interviews mit dem RWE Vorstand (WIWO) erwirtschaftet aufgrund der Einspeisung umweltschädlichen Oekostrom kein Erdgas- und kein Steinkohlekraftwerk mehr die Vollkosten. Das bedeutet, eine Kapazitätsvergütung für die notwendigen fossilen Kraftwerke mit wachsenden 1 , später 2 stelligen Milliardenkosten ist kurz nach der BT Wahl zu erwarten.

Insgesamt betragen die Kosten dieser rein religiös motivierten Stomversorgung künftig eher 60 - 80 Mrd. €/a, oder 2 -3 Bio. € in den 30 Jahren bis 2040.

Das man in der CSR die schmarotzende Solardachbesitzer bedroht und diesen die Subventionen alsbald möglich zu streichen sucht, ist verständlich.

Interessant ist wie die Regierungspolitiker von Grünen bis CSU dieses Desaster zu kommunizieren suchen. Die pösen neoliberalen Stromkonzerne sind ja nun mal durch die Staatseingriffe in eine finanziell ziemlich misslichen Situation

Vandale

Vicario

25.02.2013, 13:42 Uhr

Zitat : „In Tschechien gibt es das auch, dort wurden schon Leute mit Photovoltaik-Anlagen beschimpft und sogar tätlich angegriffen.“

Und bei uns sollte man auch so langsam anfangen, den SUBVENTIONS-SCHMAROTZERN den Hacken zu zeigen und die nutzlosen Windmühlen und Solarzellen wieder ABZUHOLZEN !

Die GRÜNEN Spinner sollen ihre Träumereien zusammen mit den Schwarzen Dilettanten selbst bezahlen, und nicht dem verarmten Volk aufbürden !

Weg mit der Nomenklatura, dem abzockenden, arroganten, dilettantischen Gesindel !

HofmannM

25.02.2013, 13:47 Uhr

Das EEG war, ist und bleibt ein perfides Wohlstandsvernichtungsgesetz1 Zu Lasen vieler Bürger und zum Wohle einiger gut betuchten Abzocker am Allgemeinprodukt STROM!
Die Ökosozialisten haben mit dem EEG das bezahlbare Allgemeingut Strom zum Abzocker Luxusgut gemacht.
Die Stromerzeugung aus Kohle,Uran und Gas wird weltweit für viele Jahrhunderte die Kostenvorgabe für jede andere Erzeugungsart sein. Wer die Marktwirtschaft mit dem EEG so massiv tritt, der braucht sich nicht wundern, wenn er ein mangeldes Produkt zu überhöhten Abzockerpreisen bekommt!
Die Bundestagspolitik macht schon lange nicht mehr Politik ZUM WOHLE DES DEUTSCHEN VOLK.

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