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10.09.2013

10:22 Uhr

Enges Rennen

Mit neuer Allianz an die Macht?

In Hessen könnte es am 22. September spannender werden als bei der Bundestagswahl. Wieder mal droht ein Patt zwischen dem regierenden schwarz-gelben Block und Rot-Grün. Neue Bündnisse sind denkbar.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (r, CDU) und SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel: Einer von beiden wird voraussichtlich die neue Landesregierung anführen. dpa

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (r, CDU) und SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel: Einer von beiden wird voraussichtlich die neue Landesregierung anführen.

WiesbadenDie „hessischen Verhältnisse“ haben es sogar als geflügeltes Wort in den Duden geschafft: Seit langem kennt das Bundesland mit rund sechs Millionen Einwohnern knappe Wahlausgänge und unklare Mehrheiten. Bei der Landtagswahl am 22. September könnte es wieder so kommen. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der schwarz-gelben Regierung von CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier und der rot-grünen Opposition voraus.

Die konservative Hessen-CDU wird mit knapp 40 Prozent zwar deutlich vor der SPD gehandelt. Doch die FDP könnte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und liegt weiter hinter den Grünen. Eines haben die Parteien in Wiesbaden inzwischen gelernt: Trotz der scharfen Polarisierung im Landtag gibt es keine „Ausschließeritis“. Zumindest theoretisch sollen alle miteinander koalitionsfähig sein. Dabei schließt Schwarz-Gelb allerdings die Linke, die nach Umfragen um den Wiedereinzug in Parlament fürchten muss, grundsätzlich aus.

Volker Bouffier im Porträt: CDU-Regierungschef gibt im Wahlkampf den Landesvater

Volker Bouffier im Porträt

CDU-Regierungschef gibt im Wahlkampf den Landesvater

Von Volker Bouffier hat Angela Merkel nichts zu befürchten. Er ist kein Konkurrent auf Bundesebene wie sein Vorgänger Roland Koch. Der Hessen-Ministerpräsident will wiedergewählt werden und braucht dafür Merkels Hilfe.

Trotz des anhaltendes Trommelfeuers der Regierungsparteien will sich Rot-Grün dazu nicht festlegen. Schließlich war dies die Ursache für das Desaster von Andrea Ypsilanti, die sich 2008 entgegen früheren Versicherungen mit Hilfe der Linken zur Regierungschefin wählen lassen wollte. Sie scheiterte spektakulär an vier Abweichlern aus den eigenen Reihen. Bei der Neuwahl ein Jahr später stürzte die SPD in ihrem einstigen Stammland dann auf ein historisches Tief von 23,7 Prozent ab.

Ypsilantis Nachfolger Thorsten Schäfer-Gümbel hat es geschafft, die zutiefst zerstrittene Partei wieder zu einen - das hatten dem einstigen Hinterbänkler aus Gießen, der 2009 an die Parteispitze katapultiert wurde, nur wenige zugetraut. Der 43-Jährige hat die Flügel der Hessen-SPD programmatisch eingebunden und die Partei wieder auf Erfolgskurs gebracht. Die wichtigen OB-Posten in Frankfurt/Main und Wiesbaden wurden überraschend von Sozialdemokraten zurückerobert.

Thorsten Schäfer-Gümbel im Porträt: Vom Notnagel zum Hoffnungsträger

Thorsten Schäfer-Gümbel im Porträt

Vom Notnagel zum Hoffnungsträger

SPD-Spitzenmann Schäfer-Gümbel hat die Partei in Hessen nach dem Ypsilanti-Desaster wieder geeint. Die Landtagswahl wird für den 43 Jahre alten Aufsteiger zur großen Bewährungsprobe.

Der Entschluss zur Doppelwahl – eigentlich ist der Landtag noch bis Januar 2014 im Amt – gilt als geschickter Winkelzug Bouffiers. Mit dem Rückenwind durch Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Schwarz-Gelb in Hessen an der Macht bleiben, so das Kalkül. Die gute wirtschaftliche Lage soll den Rest besorgen. Seit 1999 regiert die CDU in Wiesbaden – zeitweise mit einer absoluten Mehrheit unter Roland Koch, der 2010 der Politik den Rücken kehrte.

Kommentare (2)

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zuendorf

10.09.2013, 17:18 Uhr

Weder noch! Blockparteien sind nicht mehr wählbar. Sozialverrat, Brüche von Recht und Gesetz sowie die Vermögensentwertungen durch den Einheitseuro lassen keine Wahl mehr zu. Meine Stimmen gehen allesamt an die AfD. Veränderungen für Deutschland sind dringend nötig, weil die Blockparteien im Euro- und EU-Wahn gefangen sind. Europa ja, aber nicht als zahlende Einbahnstraße für die deutschen Bürger!!! Wo waren die EU-Länder bei der Hochwasserkatastrophe in Deutschland?? Habe ich da etwas übersehen?? AfD wählen!

Gastredner

12.09.2013, 23:20 Uhr

Wer jetzt immer noch Rot/Grün wählt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Steuererhöhungsorgie und damit Wirtschafts-Zerstörungs-Orgie vom feinsten. Die einzige Koalition, die Deutschland weiterhin vor Rot-Rot-Grün (und genau das würde bei der Münchhausen Partei kommen) und somit dem sicheren Ruin retten kann ist: CDU/CSU & FDP. Ich weiß, ich weiß...es ist sicherlich nicht alles Gold, was glänzt. Nur alle anderen Alternativen sind noch schlimmer. Viel schlimmer. Das ahnt der Bürger noch nicht mal mehr, was die versteckten Pläne (man muss auch endlich mal in die SPD/Grüne Parteiprogramme gucken) Steuererhöhungspläne wirklich bedeuten würden. Deshalb CDU/CSU & Zweitstimme FDP am Wahltag.

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