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17.06.2013

15:48 Uhr

Entlassung schon verkündet

Fälscher holt Mollath beinahe aus der Psychiatrie

Seit 2006 sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie. Zu Unrecht, wie er sagt. Jetzt schien die Freiheit plötzlich ganz nah – bis sich herausstelle, dass ein angeblicher Gerichtsbeschluss das Machwerk eines Fälschers war.

Gustl Mollath sieht sich als Opfer eines Komplotts und drängt bislang vergebens auf die Wiederaufnahme seines Falls. dpa

Gustl Mollath sieht sich als Opfer eines Komplotts und drängt bislang vergebens auf die Wiederaufnahme seines Falls.

BayreuthEin gefälschter Gerichtsbeschluss hat am Montag beinahe zur Entlassung des seit sieben Jahren zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Gustl Mollath geführt. Im Glauben an die Echtheit des Dokuments habe er Mollath am Morgen eröffnet, dass er sofort ein freier Mann sei, sagte der stellvertretende Leiter der Forensischen Klinik Bayreuth, Michael Zappe, und bestätigte damit eine Mitteilung von Mollaths Anwalt Gerhard Strate.

Dann seien ihm jedoch einige Passagen in dem Fax „ungewöhnlich“ erschienen. Daher habe er sich telefonisch beim Landgericht Regensburg rückversichert, sagte Zappe. „Dort hat man mir dann mitgeteilt, dass der Gerichtsbeschluss eine Fälschung ist.“ Er habe Mollath deshalb – eine halbe Stunde nach Ankündigung der Entlassung – leider mitteilen müssen, dass dieser vorerst weiter in der Klinik bleiben müsse.

Die Fälschung war bereits am Freitagabend mehreren Medien zugegangen. In dem angeblichen „Beschluss“ des Landgerichts Regensburg heißt es: „Der Untergebrachte ist unverzüglich zu entlassen.“ Der Urheber der Fälschung ist bislang unbekannt. Ihm droht nach Angaben der Justiz eine mehrjährige Haftstrafe wegen Amtsanmaßung oder Urkundenfälschung.

Gericht hat entschieden: Mollath bleibt mindestens bis 2014 in der Psychiatrie

Gericht hat entschieden

Mollath bleibt mindestens bis 2014 in der Psychiatrie

Seit 2006 sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie. Als Opfer eines Komplotts, sagt er, weil er Schwarzgeldgeschäfte aufgedeckt habe. Daher beantragte Mollath ein Wiederaufnahmeverfahren. Doch das Gericht vertröstet ihn.

Der heute 56-jährige Mollath war 2006 wegen vermuteter Gemeingefährlichkeit gegen seinen Willen in die Psychiatrie eingewiesen worden. Unter anderem soll er seine Frau schwer misshandelt haben. Mollath glaubt dagegen, er sei Opfer eines Komplotts seiner früheren Ehefrau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe aufgedeckt habe.

Mollats Anwalt distanzierte sich unterdessen von der Aktion des unbekannten Fälschers. Er strebe die Freilassung und Rehabilitierung seines Mandanten mit rechtsstaatlichen Mitteln an, betonte Strate. Das gelte auch für Mollaths Unterstützerkreis.

„Die heute erfolgte Übersendung einer gefälschten Entlassungsanordnung an die Klinik in Bayreuth ist demgegenüber die kriminelle Aktion eines Agent Provocateur, für den die Freiheit Mollaths ein böser Scherz bedeutet. Die seelische Verfassung Mollaths scheint dieser Person völlig gleichgültig zu sein“, heißt es in einer Erklärung des Verteidigers.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Anleihenspezialist

17.06.2013, 16:07 Uhr

"Im Glauben an die Echtheit des Dokuments habe er Mollath am Morgen eröffnet, dass er sofort ein freier Mann sei, sagte der stellvertretende Leiter der Forensischen Klinik Bayreuth, Michael Zappe"

"Dann seien ihm jedoch einige Passagen in dem Fax „ungewöhnlich“ erschienen. Daher habe er sich telefonisch beim Landgericht Regensburg rückversichert, sagte Zappe. „Dort hat man mir dann mitgeteilt, dass der Gerichtsbeschluss eine Fälschung ist.“ Er habe Mollath deshalb – eine halbe Stunde nach Ankündigung der Entlassung – leider mitteilen müssen, dass dieser vorerst weiter in der Klinik bleiben müsse."

Alles klar Herr Zappe, erst lesen Sie das Fax und ohne Rückversicherung vom Gericht gehen Sie zu Herrn Mollath und teilen Ihm mit, dass gleich ein freier Mann ist. Mollath ist bestimmt fast an die Decke gesprungen vor Glück.

Dann kommen Ihnen Bedenken wegen des Schreibens und Sie bestehen auf eine Rückversicherung vom zuständigen Gericht.

Alles klar, wer so in einem brisanten Fall arbeitet und mit Menschen umgeht, müßte eigentlich sofort entlasssen werden.

Ich habe die Vermutung, dass hier Mollath fertig gemacht werden soll.

Zaharoff

17.06.2013, 16:46 Uhr

(...) Ihm droht nach Angaben der Justiz eine mehrjährige Haftstrafe wegen Amtsanmaßung oder Urkundenfälschung. (...)

In diesem Fall gibt es noch so einige, die sich im Amt ungeheuerlich anmaßen...

Account gelöscht!

17.06.2013, 17:16 Uhr

@ Anleihenspezialist

Jawoll - 1A-Psychoterror. So kann man JEDEN verrückt machen.

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