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12.01.2010

14:58 Uhr

Entschädigung

Kundus-Opfer erhalten Entschädigung

Winterhilfe für Witwen und Waisen: Die Opfer des Bundeswehr-Luftangriffes sollen rasch entschädigt werden, viele der Familien haben den Ernährer verloren. Offiziellen Angaben zufolge starben 142 Menschen.

Bombenangriff von Kundus: Hinterbliebene sollen entschädigt werden. ap

Bombenangriff von Kundus: Hinterbliebene sollen entschädigt werden.

HB BREMEN/KUNDUS. Die Hinterbliebenen des Luftangriffs nahe Kundus sollen nach Angaben ihres Anwalts eine Soforthilfe erhalten. Darauf habe er sich mit Vertretern des Verteidigungsministeriums nach Gesprächen in Afghanistan geeinigt, sagte der Rechtsanwalt Karim Popal am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Bremen. Danach sollen Lebensmittel und Kleidung in ein bis zwei Wochen an die Bedürftigen verteilt werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass es eine Winterhilfe als „schnelle, unbürokratische Sofortmaßnahme“ geben werde - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht. Die Verteilungsmodalitäten müssten aber noch vor Ort geklärt werden.

Der Anwalt Popal fordert außerdem Hilfsprojekte für die seinen Angaben nach 163 Waisen und 91 Witwen. Eine Entscheidung darüber sei nicht zustande gekommen, sagte Popal. Man sei sich aber im Grundsatz einig. „Die Verhandlungen werden in Deutschland fortgesetzt.“

Ein deutscher Bundeswehr-Oberst hatte den Luftschlag am 4. September 2009 auf zwei Tanklastwagen befohlen, die von Taliban entführt worden waren. 142 Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge dabei getötet oder verletzt, darunter auch viele Zivilisten. Popal steht mittlerweile in der Kritik, weil er nach Recherchen des SWR-Magazins „Report Mainz“ den internationalen Truppen in Afghanistan willkürliche Tötungen unterstellt haben soll. Außerdem soll er falsche Angaben über die Zahl der Opfer und die seiner Mandanten gemacht haben. Popal wies die Vorwürfe vehement zurück.

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